Commerzbank Aktie: UniCredit greift zu
UniCredit hält nach Angebotsfrist rechnerisch 39 Prozent an der Commerzbank. Die Übernahme bleibt umstritten, die Nachfrist läuft noch.

- UniCredit erreicht 39 Prozent Beteiligung
- Nur 12,5 Prozent angedient
- Angebot ohne Übernahmeprämie
- Nachfrist endet am 3. Juli
39 Prozent — so hoch ist der rechnerische Anteil, den UniCredit nach Ablauf der regulären Annahmefrist an der Commerzbank hält. Das Mailänder Institut hat sich damit eine deutlich stärkere Position gesichert, als es die gegnerische Front lange für möglich gehalten hatte.
Wenig andgedient, aber planmäßig
Bis zum Fristende am 16. Juni wurden UniCredit exakt 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Zusammen mit dem bereits vorhandenen Direktanteil von 26,77 Prozent ergibt sich eine rechnerische Beteiligung von 39,28 Prozent. Hinzu kommen Kaufoptionen auf weitere rund drei Prozent sowie zusätzliche Finanzinstrumente — der tatsächliche wirtschaftliche Einfluss liegt also noch etwas höher.
Das Ergebnis liegt kaum über dem Stand vom 16. Juni, als bereits 12,4 Prozent angedient waren. Großartige Bewegung in den letzten Tagen der Frist gab es also nicht. Viele Aktionäre zögern offenbar — kein Wunder, wenn das Umtauschangebot inhaltlich wenig überzeugt.
Ein Angebot ohne Prämie
Das Tauschverhältnis von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie enthält keine klassische Übernahmeprämie. Im Gegenteil: Rechnerisch lag der Gebotswert während des größten Teils der Angebotsfrist unter dem Börsenkurs der Commerzbank. Berücksichtigt man zudem den erwarteten Abschlag für eine Zwischendividende der Italiener im Herbst, bleibt das Angebot weiterhin leicht unter dem aktuellen Kurs der Commerzbank-Papiere.
Die Commerzbank selbst lehnt die Übernahme ab und fordert seit Beginn eine angemessene Prämie. Die Bundesregierung unterstützt diese Linie — ihr Aktienpaket von etwas mehr als zwölf Prozent will Berlin nicht andienen. Der Ton zwischen beiden Häusern ist dabei alles andere als diplomatisch: Gegenseitige Vorwürfe prägen das Bild.
Nachfrist bis 3. Juli
Der Kampf ist damit nicht entschieden. Aktionäre, die das Angebot in der regulären Frist nicht angenommen haben, können ihre Aktien noch bis zum 3. Juli einreichen. Die Ergebnisse dieser Nachfrist will UniCredit voraussichtlich am 8. Juli bekanntgeben. Erst dann wird klarer, ob die Italiener die entscheidende Schwelle überwinden — oder ob die Commerzbank die Eigenständigkeit vorerst verteidigt.
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