Commerzbank Aktie: UniCredit-Machtpoker bleibt ungelöst
Commerzbank erhöht ihre Gewinnprognose auf 3,4 Milliarden Euro, während der Machtkampf mit UniCredit um die Eigenständigkeit ungelöst bleibt. Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch.

- Gewinnziel auf 3,4 Milliarden Euro angehoben
- Aktie nahe 52-Wochen-Hoch bei 39,25 Euro
- UniCredit-Machtpoker um Eigenständigkeit ungelöst
- Euro-Prognose bis 2027 als Nebenaspekt
Die Commerzbank hat am Mittwoch ihr Gewinnziel auf 3,4 Milliarden Euro angehoben. Die Anhebung fällt in eine Phase, in der die Bank zugleich um ihre strategische Eigenständigkeit gegenüber UniCredit ringt. Beide Themen bestimmen aktuell das Bild der Aktie.
Höheres Gewinnziel als Signal an den Kapitalmarkt
Mit der neuen Zielmarke von 3,4 Milliarden Euro schickt der Vorstand ein deutliches Signal an Investoren: Das operative Geschäft trägt offenbar stärker als bislang kommuniziert. Für Anleger ist die Anhebung ein Beleg dafür, dass die Frankfurter Bank auch unabhängig von der Übernahmediskussion operative Stärke zeigen will.
Die Aktie reagierte am Mittwoch nur verhalten, sie notiert bei 39,25 Euro und damit knapp im Plus gegenüber dem Vortag. Das Papier bewegt sich damit weiterhin in der Nähe seines 52-Wochen-Hochs von 39,85 Euro, von dem es nur rund anderthalb Prozent entfernt ist.
Die verhaltene Kursreaktion deutet darauf hin, dass der Markt die höhere Gewinnprognose bereits teilweise erwartet hatte. Seit Jahresbeginn hat die Aktie deutlich zugelegt, die Bewertung spiegelt entsprechend hohe Erwartungen an das operative Geschäft wider.
UniCredit-Machtpoker bleibt ungelöst
Parallel zur Gewinnprognose beschäftigt Investoren weiterhin die Auseinandersetzung mit UniCredit. Der italienische Rivale hat sich in den vergangenen Monaten eine bedeutende Beteiligung an der Commerzbank aufgebaut, ohne dass die Frage einer möglichen Übernahme geklärt wäre.
Medienberichten zufolge dauert der Machtpoker zwischen den beiden Instituten an, konkrete Details zum weiteren Vorgehen blieben zuletzt offen. Für die Commerzbank steht dabei viel auf dem Spiel: Die Bank versucht, ihre Eigenständigkeit zu verteidigen, während UniCredit seinen Einfluss weiter ausbaut.
Diese ungeklärte Ausgangslage erklärt auch, warum die Aktie trotz der positiven Gewinnnachricht nicht stärker zulegte. Anleger preisen offenbar weiterhin ein Übernahmeszenario mit ein, das den Kurs stützt, zugleich aber Unsicherheit über den weiteren Fahrplan schafft. Wer auf eine schnelle Klärung gesetzt hatte, wurde bislang enttäuscht.
Devisenprognose als Nebenschauplatz
Am Rande sorgte zudem eine Währungseinschätzung der Commerzbank für Aufmerksamkeit: Die Bank rechnet damit, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar bis 2027 deutlich zulegen könnte. Konkrete Zielmarken nannte das Institut dabei nicht, die Einschätzung unterstreicht aber, dass die Analyseabteilung der Bank auch jenseits des eigenen Aktienkurses Akzente setzt.
Ausblick für Anleger
Für die Commerzbank-Aktie bleiben damit zwei Faktoren entscheidend: die operative Ertragskraft, die mit dem angehobenen Gewinnziel weiter an Substanz gewinnt, und der Ausgang des Ringens mit UniCredit. Solange Letzteres offen bleibt, dürfte die Aktie zwischen fundamentaler Stärke und Übernahmefantasie hin- und herpendeln. Die Nähe zum 52-Wochen-Hoch zeigt, dass der Markt der Commerzbank derzeit mehr Chancen als Risiken zutraut.
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