Commerzbank Aktie: UniCredit scheitert mit 17,60 Prozent
UniCredit scheitert mit Übernahmeversuch bei Commerzbank. Jefferies baut Anteil aus. Vorstand erhöht Gewinnziel und kündigt hohe Ausschüttungen an.

- UniCredit-Übernahmeangebot klar gescheitert
- Jefferies erhöht Commerzbank-Anteil auf zehn Prozent
- Gewinnziel auf mindestens 3,4 Milliarden Euro angehoben
- Fast vollständige Gewinnausschüttung bis 2028 geplant
Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank ist entschieden – zumindest vorerst. Nach Ablauf der weiteren Annahmefrist am 3. Juli 2026 haben insgesamt nur 17,60 Prozent der Aktionäre ihre Anteile bei UniCredit angedient. Entscheidend dabei: Nach Angaben der Commerzbank entfielen weniger als 2 Prozent dieser Quote auf unabhängige institutionelle oder private Anleger. Der Großteil der angedienten Papiere stammte demnach aus dem Umfeld von UniCredit selbst. Das italienische Institut ist mit seinem Übernahmeversuch bei der breiten Aktionärsbasis damit klar gescheitert.
Jefferies baut Position aus, während UniCredit zurückgeworfen wird
Während sich UniCredit aus dem breiten Aktionärslager zurückzieht, bauen andere Investoren ihre Position aus. Die US-Investmentbank Jefferies Financial Group hat ihre Stimmrechte an der Commerzbank auf 10,02 Prozent erhöht, nachdem sie zuvor bei 9,91 Prozent gelegen hatte. Die meldepflichtige Schwelle von 10 Prozent wurde am 15. Juli 2026 überschritten. Die Position setzt sich aus 2,52 Prozent direkten Aktienanteilen und 7,50 Prozent über Finanzinstrumente zusammen. Der Kurs bewegt sich aktuell bei 37,71 Euro und gibt damit heute leicht um 0,24 Prozent nach. Auf Zwölfmonatssicht steht dennoch ein Plus von 30,89 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass die Aktie trotz des geplatzten Übernahmeversuchs deutlich zugelegt hat.
Vorstand erhöht Gewinnziel und verspricht hohe Ausschüttungen
Parallel zur Klärung der Eigentümerfrage hat der Vorstand am 14. Juli 2026 das Nettoergebnis-Ziel für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Statt zuvor mehr als 3,2 Milliarden Euro peilt das Institut nun mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Noch bemerkenswerter ist die Ausschüttungsankündigung: Für die Jahre 2026 bis 2028 will die Commerzbank nahezu 100 Prozent des Gewinns nach AT1-Kupons über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückgeben. Das knüpft an die bereits im Mai beschlossene Dividendenerhöhung an – die Hauptversammlung hatte am 20. Mai 2026 eine Ausschüttung von 1,10 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 gebilligt, nach 0,65 Euro im Vorjahr, und zugleich eine neue Rückkauf-Ermächtigung über bis zu 10 Prozent des Grundkapitals erteilt.
Untermauert wird diese Ausschüttungspolitik durch die im Rahmen der Strategie „Momentum 2030“ bestätigten Mittelfristziele. Das Management hält an einer angestrebten Eigenkapitalrendite von 21 Prozent bis zum Jahr 2030 fest. Zu dieser Strategie gehört allerdings auch ein Stellenabbau von rund 3.000 Vollzeitstellen bis zum Ende des Jahrzehnts – ein Kontrapunkt zu den optimistischen Ergebniszielen.
Analysten sehen weiteres Potenzial, Auszeichnungen untermauern das operative Bild
Die Deutsche Bank Research äußerte sich am 15. Juli 2026 zuversichtlich: Analyst Benjamin Goy beließ die Einstufung bei „Buy“ mit einem Kursziel von 42,00 Euro und begründete dies mit einem erwarteten deutlichen Ergebniswachstum im zweiten Quartal 2026 dank hoher Zinseinkünfte. Das aktuelle Kursniveau liegt damit 3,75 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro, das die Aktie am 14. Juli 2026 markierte – die Luft nach oben, die Goy sieht, wäre demnach noch nicht ausgereizt.
Auch operativ sammelt die Commerzbank Bestätigungen: Bei den „FINANCE Awards 2026“ wurde das Institut als „Beste Bank im deutschen Firmenkundengeschäft“, „Beste Bank im Mittelstand“ sowie für das beste Servicelevel ausgezeichnet – ein Dreifachsieg, der die Position im deutschen Firmenkundengeschäft unterstreicht.
Im Blick der Anleger steht nun der 6. August 2026, wenn die Commerzbank ihre Zahlen für das zweite Quartal vorlegt. Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch und der angehobenen Gewinnprognose dürfte dieser Termin zeigen, ob das Institut die selbst gesteckten hohen Erwartungen tatsächlich erfüllen kann. Die Ergebnisse für das dritte Quartal folgen am 5. November 2026.
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