Commerzbank Aktie: UniCredit steigt auf 49,65 Prozent

Commerzbank zieht eigene Aktien ein, wodurch UniCredits Stimmrechtsanteil auf 49,65 Prozent klettert. Die Übernahme rückt näher, regulatorische Hürden bleiben.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit-Anteil steigt auf 49,65 Prozent
  • Commerzbank zieht alle eigenen Aktien ein
  • Cum-Ex-Anklage gegen Ex-Mitarbeiter erhoben
  • Bund zeigt Gesprächsbereitschaft über Anteilsverkauf

Die Commerzbank hat ihre letzten zurückgekauften Aktien eingezogen. Dadurch erhöht sich der Einfluss von UniCredit auf 49,65 Prozent der Stimmrechte, wie eine Pflichtmitteilung am Donnerstag bestätigte. Zuvor lag der Anteil bei 47,59 Prozent.

Der Bestand an eigenen Aktien der Commerzbank sank damit zum 19. August auf null Prozent, nachdem er zuvor bei 4,14 Prozent gelegen hatte. Die Bank hat ihre eigenen Papiere vollständig veräußert oder eingezogen.

Parallel dazu aktualisierte die Commerzbank die Gesamtzahl ihrer Stimmrechte auf 1.080.847.095 – Folge der Kapitalmaßnahme mit Wirkung zum 19. August. Für Anleger ist die Entwicklung ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer möglichen Mehrheitsübernahme durch die italienische Großbank, auch wenn die eigentliche regulatorische Prüfung noch aussteht.

Cum-Ex-Anklage belastet das Umfeld

Neben der Kapitalstruktur sorgt ein juristisches Verfahren für Aufmerksamkeit: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen vier ehemalige Commerzbank-Mitarbeiter erhoben.

Der Vorwurf lautet auf schwere Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Aktiendeals, der mutmaßliche Steuerschaden liegt bei über 20 Millionen Euro. Das Verfahren richtet sich gegen ehemalige, nicht gegen aktuelle Mitarbeiter der Bank und betrifft damit ein historisches Fehlverhalten, keine laufende Geschäftspraxis.

Politik bewegt sich, Aufsicht prüft noch

Auf politischer Ebene zeichnet sich derweil Bewegung ab: Einige ranghohe Vertreter der Bundesregierung zeigten sich laut Bloomberg bereit, über einen Verkauf des 12,7-prozentigen Bundesanteils an UniCredit zu sprechen – allerdings nur, sofern zuvor Klarheit über Strategie und Zukunft der Bank besteht.

Erste formelle Gespräche zwischen UniCredit-Chef Andrea Orcel und Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp fanden am 16. August statt, mit Fokus auf bilanzielle, rechtliche und risikobezogene Implikationen eines möglichen Kontrollwechsels.

Auf europäischer Ebene läuft die aufsichtsrechtliche Prüfung parallel weiter: Die Europäische Zentralbank hatte sich vor gut einer Woche laut einem internen Dokument tendenziell zu einer Genehmigung der Übernahme bekannt, eine formelle Entscheidung steht jedoch noch aus. Orlopp hatte bei Vorlage der Halbjahreszahlen erklärt, sie rechne mit regulatorischen Genehmigungen im vierten Quartal 2026.

Kurs zeigt sich robust

An der Börse bewegt sich die Commerzbank-Aktie trotz der vielschichtigen Nachrichtenlage in ruhigem Fahrwasser. Am Freitag schloss das Papier bei 39,08 Euro, ein Plus von 1,6 Prozent auf Tagessicht.

Über die vergangenen sieben Handelstage stand dagegen ein Minus von 1,8 Prozent zu Buche – ein Rücksetzer, der die Erholungsbewegung seit dem Jahresbeginn mit einem Plus von 8,2 Prozent aber nicht in Frage stellt. Zum 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro, erreicht im vergangenen Monat, fehlen dem Papier derzeit noch 2,6 Prozent.

Für Aktionäre bleibt die Gemengelage komplex: Auf der einen Seite untermauert die vollständige Auflösung des Eigenbestands und die weitere Anteilserhöhung von UniCredit den fortschreitenden Kontrollwechsel.

Auf der anderen Seite erinnert die Cum-Ex-Anklage daran, dass rechtliche Altlasten der Bank auch Jahre später noch aufgearbeitet werden. Bis eine endgültige aufsichtsrechtliche Entscheidung vorliegt, dürfte die Aktie zwischen diesen beiden Polen schwanken.

Anzeige

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 23. August liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Commerzbank