Commerzbank Aktie: Verdacht auf Quote-Manipulation

Commerzbank wirft UniCredit vor, die Annahmequote des Übernahmeangebots durch Aktienleihen künstlich aufgebläht zu haben.

Die Kernpunkte:
  • Verdacht auf manipulierte Annahmequote
  • Wertpapierleihen vor Fristablauf stark gestiegen
  • Weniger als zwei Prozent freie Aktionäre stimmten zu
  • Staatsanwaltschaft weist Strafanzeige zurück

Die Commerzbank wirft UniCredit einen schweren Vorwurf vor. Die italienische Großbank soll ihre Annahmequote beim Übernahmeangebot künstlich aufgebläht haben. Konkret geht es um massenhafte Wertpapierleihen kurz vor Fristablauf.

Verdächtige Muster bei der Wertpapierleihe

Nach internen Analysen der Commerzbank stieg die Wertpapierleihe-Aktivität vor dem Ende der Annahmefrist massiv an. Das Muster sei untypisch für ein normales Übernahmeangebot. Die Frankfurter Bank vermutet, dass UniCredit-nahe Parteien in großem Stil Aktien geliehen haben.

Diese Papiere hätten die Parteien dann ins Umtauschangebot eingebracht. Das Ziel: eine hohe Annahmequote vortäuschen, obwohl die eigentlichen Eigentümer gar nicht zugestimmt haben. Laut Commerzbank verfälscht ein solches Vorgehen die tatsächliche Stimmung im Markt.

Nur zwei Prozent der freien Aktionäre stimmen zu

UniCredit meldet eine Gesamtannahmerate von 17,6 Prozent. Die Commerzbank-Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild. Demnach haben weniger als zwei Prozent der unabhängigen institutionellen und privaten Anleger ihre Aktien angedient.

Den Großteil der eingereichten Papiere ordnet die Bank dem Umfeld von UniCredit selbst zu. Für die Führung um Bettina Orlopp ist das ein klares Signal: Die Kernaktionäre lehnen das Angebot ab. Die niedrige Zustimmung unter freien Anlegern stärkt der Bank den Rücken für ihre eigenständige Strategie „Momentum 2030″. Das Programm läuft seit Februar 2025 und hat bereits zu spürbaren Kursgewinnen geführt.

Staatsanwaltschaft lehnt Strafanzeige ab

Während der Streit um die Annahmequote eskaliert, verbucht UniCredit an anderer Stelle einen Erfolg. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat am Samstag eine Strafanzeige von Commerzbank-Mitarbeitern abgewiesen. Der Vorwurf lautete auf Marktmanipulation beim Aktienkauf.

Die Ermittler konnten den Verdacht nicht erhärten. Für UniCredit fällt damit eine juristische Hürde weg. Der Druck auf die Aufsichtsbehörden dürfte dadurch steigen.

Aktie konsolidiert knapp unter Rekordhoch

Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 38,26 Euro, ein Rückgang von 1,06 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss von 38,67 Euro. Damit bleibt das Papier nur 1,52 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro, das die Aktie am 19. Juni markierte.

Der langfristige Trend bleibt intakt. Auf Jahressicht steht ein Plus von knapp 33 Prozent zu Buche, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt komfortable 11,09 Prozent. Der RSI von 57,5 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand.

Zwei Termine dürften nun über den weiteren Verlauf entscheiden. Die EZB muss im laufenden Quartal über die beantragte Aufstockung des UniCredit-Anteils entscheiden. Am 6. August legt die Commerzbank ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor und dürfte dabei weitere Details zur Abwehrstrategie nennen.

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