Commerzbank Aktie: Vier Analysten heben Kursziele

Nach starken Quartalszahlen heben vier Bankhäuser die Kursziele für die Commerzbank an. Analysten sehen die Gewinnprognose als konservativ an.

Die Kernpunkte:
  • Vier Kurszielanhebungen am Montag
  • DZ Bank erhöht Ziel auf 46 Euro
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
  • UniCredit-Übernahme bleibt Hintergrundthema

Die Commerzbank sorgt weiter für Gesprächsstoff an der Börse – diesmal sind es nicht die Zahlen selbst, sondern die Reaktion der Analystenzunft darauf. Gleich vier Häuser haben am Montag ihre Kursziele für die Aktie erhöht, nachdem das Institut vor gut einer Woche Rekordzahlen vorgelegt hatte.

Vier Kurszielanhebungen an einem Tag

Die DZ Bank ging am weitesten voran: Analyst Philipp Häßler hob sein Kursziel von 42 auf 46 Euro an und bestätigte seine Kaufempfehlung. RBC Capital Markets zog nach und erhöhte sein Ziel von 37 auf 43 Euro, verbunden mit einer Hochstufung auf „Outperform“.

Auch Deutsche Bank Research sah sich zu einer Anhebung veranlasst, auf 42 Euro bei bestehender Kaufempfehlung, während Barclays sein Kursziel ebenfalls bei 42 Euro ansetzte und die Einstufung „Overweight“ vergab.

Der gemeinsame Nenner der Einschätzungen: Die im Frühsommer angehobene Gewinnprognose des Instituts wirkt aus Sicht der Analysten noch immer konservativ gerechnet. Das Management hatte sein Nettoergebnisziel für das laufende Jahr auf mindestens 3,4 Milliarden Euro angehoben, nach zuvor mehr als 3,2 Milliarden Euro.

Der Markt bestätigt die Einschätzung

Die Aktie reagierte auf die Kursziel-Anhebungen mit weiterer Stärke. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 39,85 Euro, nur 0,6 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro, das die Bank am 13. August markiert hatte. Über die vergangenen 30 Tage hat die Aktie um 4,4 Prozent zugelegt – ein Kursverlauf, der die optimistischeren Analystenziele zumindest kurzfristig zu bestätigen scheint.

Dass die Kursziele nun oberhalb des aktuellen Niveaus liegen, signalisiert weiteres Aufwärtspotenzial in der Wahrnehmung der Analysten – vorausgesetzt, die operative Entwicklung hält Schritt. Genau darauf setzen die Häuser: Der Nettogewinn im zweiten Quartal war im Jahresvergleich um 94 Prozent auf 898 Millionen Euro gestiegen, das Halbjahresergebnis kletterte um 40 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro.

Übernahmefrage bleibt im Hintergrund

Parallel zur operativen Stärke bleibt die strategische Lage rund um UniCredit ein Thema, das die Aktie mittelfristig prägen dürfte. Der italienische Konkurrent hatte sich vor gut drei Wochen im Zuge eines Übernahmeangebots Zugriff auf nahezu die Hälfte der Stimmrechte gesichert, während die Annahmequote unter unabhängigen Aktionären mit 2,7 Prozent gering ausfiel.

UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte danach signalisiert, mit einer aufsichtsrechtlichen Genehmigung im vierten Quartal zu rechnen, um anschließend Kontrolle auszuüben.

Für Anleger verschmelzen damit zwei Erzählungen: Die fundamentale Stärke des laufenden Geschäfts, die von den jüngsten Kurszielanhebungen unterstrichen wird, und die offene Frage nach der künftigen Eigentümerstruktur. Solange die aufsichtsrechtliche Prüfung läuft, dürfte die Aktie zwischen beiden Themen pendeln – mit den frisch erhöhten Kurszielen als neuem Orientierungspunkt für die kommenden Monate.

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