Commerzbank Aktie: Weidmann bestätigt Knof-Kürzung um 30%

Commerzbank lockt Aktionäre mit erhöhter Prognose und Milliarden-Rückkauf, während UniCredit-Offerte kaum verfängt.

Die Kernpunkte:
  • Operativer Gewinn steigt auf 1,36 Milliarden
  • Jahresziel für Nettogewinn auf 3,4 Milliarden erhöht
  • Aktionäre erhalten 2,7 Milliarden Euro zurück
  • UniCredit-Übernahmeangebot bisher kaum angenommen

Beim Übernahmepoker mit UniCredit läuft die Uhr — und die Commerzbank spielt ihre Karten offensiv aus. Starke Quartalszahlen, eine angehobene Jahresprognose und eine großzügige Ausschüttungspolitik sollen den Aktionären zeigen, dass das Haus alleine besser dasteht.

Kurs nahe Mehrmonatshoch

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 38 Prozent zugelegt und notiert mit 36,71 Euro nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Seit Jahresanfang hält sich das Plus mit 0,55 Prozent allerdings bescheiden — der RSI von knapp 80 signalisiert, dass die Aufwärtsbewegung der jüngsten Wochen technisch überdehnt ist.

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Das Fundament für die Kursstärke lieferte das erste Quartal: Das operative Ergebnis erreichte 1,36 Milliarden Euro. Auf dieser Basis hob der Vorstand die Nettogewinnprognose für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an — nach zuvor mehr als 3,2 Milliarden Euro.

Ausschüttungen als Abwehrstrategie

Die Commerzbank setzt auf ein klares Signal an ihre Aktionäre: Für das Geschäftsjahr 2025 fließen insgesamt 2,7 Milliarden Euro zurück, darunter bereits abgeschlossene Rückkäufe von 1,5 Milliarden Euro. Die Dividende von 1,10 Euro je Aktie wurde auf der Hauptversammlung mit 99,88 Prozent gebilligt.

Solange die Kapitalquote bei 13,5 Prozent liegt, will die Bank den gesamten Nettogewinn ausschütten — Dividenden und Rückkäufe kombiniert. Die Ermächtigung für weitere Rückkäufe von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals erhielt 96,25 Prozent Zustimmung.

Die Langfristziele bis 2030 sind ehrgeizig: 5,9 Milliarden Euro Nettogewinn, Erträge von 16,8 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent. Finanziert werden soll das unter anderem durch rund 600 Millionen Euro Investitionen in Künstliche Intelligenz — und durch den Abbau von weiteren 3.000 Vollzeitstellen, zusätzlich zu den bereits 2025 angekündigten 3.900 Stellen.

UniCredit-Angebot läuft ins Leere

Das Übernahmeangebot von UniCredit zieht bislang kaum Aktionäre an. Laut erster Wasserstandsmeldung vom 19. Mai wurden gerade einmal 0,02 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie — ohne Barkomponente. Angesichts des aktuellen Kursniveaus liegt das Angebot damit unter dem Marktwert.

Die erweiterte Annahmefrist läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. Selbst wenn UniCredit genügend Aktionäre überzeugt, rechnet die Bank erst 2027 mit einem Abschluss — regulatorische Genehmigungen sind unabhängig vom Ergebnis erforderlich.

Knof-Affäre belastet früheren Chef

Auf der Hauptversammlung in Wiesbaden wurde eine heikle Personalie öffentlich. Aufsichtsratschef Jens Weidmann bestätigte, dass der variable Bonus von Ex-CEO Manfred Knof für 2024 um 30 Prozent gekürzt wurde. Grund: Knof hatte den Vorstand nicht über ein Treffen mit UniCredit-Chef Andrea Orcel informiert — ein Treffen, das laut Medienberichten im September 2024 bei Knof zu Hause stattfand, kurz nachdem UniCredit seinen Einstieg bei der Commerzbank bekannt gemacht hatte.

Der Vorstand selbst erhielt auf der Hauptversammlung breite Rückendeckung: Die Entlastungsquoten lagen zwischen 99,58 und 99,64 Prozent. Das Management kann sich also auf seinen Kurs konzentrieren — und der heißt weiterhin: eigenständig bleiben.

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