Commerzbank: Gewinnziel 2026 auf 3,4 Milliarden erhöht

Commerzbank übertrifft Erwartungen mit bestem Quartal seit 2011 und erhöht Gewinnziele bis 2030 deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Operativer Gewinn steigt auf 1,36 Milliarden Euro
  • Nettogewinn übertrifft Analystenschätzungen
  • Bank plant Abbau von 3000 Stellen
  • Eigenständigkeitskurs gegen UniCredit-Übernahme

Das beste Quartalsergebnis seit 2011 — und gleichzeitig ein klares Signal im Übernahmepoker mit UniCredit. Die Commerzbank hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die das eigene Management als Beweis für die Überlebensfähigkeit als eigenständige Bank verstanden haben will.

Zahlen übertreffen Erwartungen deutlich

Das operative Ergebnis kletterte im ersten Quartal 2026 um 11 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg auf 913 Millionen Euro — Analysten hatten im Konsens mit 868 Millionen Euro gerechnet. Treiber war vor allem der Provisionsüberschuss, der um 9 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zulegte. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 12,7 Prozent, nach 11,1 Prozent im Vorjahr.

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Die Aktie reagierte verhalten. Mit 36,09 Euro liegt der Kurs rund 4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro — auf Jahressicht steht allerdings ein Plus von 48 Prozent.

Höhere Ziele, weiterer Stellenabbau

Für 2026 plant die Commerzbank nun einen Jahresgewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro — 200 Millionen mehr als bisher. Bis 2028 soll der Überschuss auf 4,6 Milliarden Euro steigen, bis 2030 auf 5,9 Milliarden Euro.

Den Weg dorthin ebnet erneut ein Personalumbau. Konzernchefin Bettina Orlopp kündigte den Abbau von rund 3.000 weiteren Bruttostellen an. In Wachstumsfeldern sollen gleichzeitig neue Stellen entstehen. Erst im Februar 2025 hatte die Bank bereits den Abbau von 3.900 Stellen bis Ende 2027 angekündigt.

Eigenständigkeit als Strategie gegen UniCredit

Die Timing ist kein Zufall. UniCredit hält inzwischen knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile und drängt auf mehr Einfluss im deutschen Bankenmarkt. Die Bundesregierung lehnt eine feindliche Übernahme ab.

Die Commerzbank zeigt sich gesprächsbereit — aber nur zu ihren Bedingungen. Eine attraktive Prämie und ein Plan, der das bestehende Geschäftsmodell respektiert, seien Voraussetzung. Die ehrgeizigeren Gewinnziele sollen Investoren davon überzeugen, dass der eigenständige Kurs die bessere Alternative ist.

Einen Tag vor der Commerzbank-Präsentation hatte UniCredit für weitere Aufmerksamkeit gesorgt: Die Italiener planen, einen Teil ihres Russlandgeschäfts zu verkaufen. Der Abschlag soll zwischen 3 und 3,3 Milliarden Euro betragen. Die Gewinnziele für 2028 bis 2030 sollen davon unberührt bleiben.

Am 20. Mai folgt die Hauptversammlung in Wiesbaden. Dort steht unter anderem die vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 zur Abstimmung — nach 0,65 Euro im Vorjahr. Ausgezahlt werden soll sie am 26. Mai.

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