Commerzbank schafft den Turnaround – Aktie dennoch von Bären umzingelt

Commerzbank glänzt heute mit dem Zwischenbericht für das 1. Halbjahr 2015. Das Institut hat Dank dem neuen Geschäftsmodell den Turnaround geschafft. Mit der neuen Strategie hat die Commerzbank bereits Anfang dieses Jahres angefangen das Angebot für Privatkunden und Mittelständler zu optimieren. Damit will es die Bank aus seiner Existenzkrise schaffen. In den letzten Monaten hat das neue Modell schon einmal Früchte getragen.

 

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Das operative Ergebnis lag in den letzten sechs Monaten mit rund 1,1 Mrd. Euro 84% höher als im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis konnte auf 647 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden.

Die Risikovorsorge soll auf Jahressicht unter einer Milliarde Euro gehalten werden. Im 1. Halbjahr 2015 waren es 438 Mio. Euro.

Erfolgreich war die Commerzbank auch mit dem Abbau von Altlasten. Allein in den letzten Wochen konnte sie Immobilienkrediten im Umfang von 2,9 Mrd. Euro veräußern. Auf Grund der positiven Entwicklung und der gestärkten Kernkapitalquote, will die Commerzbank seit 2007 wieder eine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten. Aktuell sollen 10 Cent je Aktie ausgezahlt werden.

 

Alle Kernbanksegmente verzeichnen Wachstum

In der Kernbank konnte das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr von 940 Mio. Euro auf nun 1,4 Mrd. Euro gesteigert werden. Die Erträge in der Kernbank stiegen um rund 14% auf 5.1 Mio. Euro gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 an. Insgesamt konnten alle Kernbanksegmente eine Verbesserung gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 vorweisen.

Lediglich die Kosten für Verwaltungsaufwendungen konnten nicht verbessert werden. Sie betrugen im 1. Halbjahr 3,5 Mio. Euro. Im Vergleichszeitraum lagen sie noch bei rund 3,3 Mio. Euro. Der Anstieg sei laut Commerzbank unter anderem auf höhere Aufwendungen für strategische Investitionen in Digitalisierung und für Regulatorik zurückzuführen.

 

Risikovorsorge auf niedrigem Niveau

Das Segment Privatkunden hatte sich am besten entwickelt. Commerzbank profitierte hier vor allem vom Baufinanzierungsgeschäft und dem weiter anziehenden Kreditgeschäft. Die Risikovorsorge konnte weiter auf niedrigem Niveau gehalten werden. Davon profitierte neben dem Privatkunden-Segment auch die Mittelstandsbank.

 

Commerzbank-Aktie - Erste Verkaufssignale raten zur Vorsicht

Die heutigen Zahlen trafen genau die Markterwartungen und ließen die Aktie kalt. Sie notiert weiterhin knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 12 Euro. Sollte dieser Widerstand nach oben geknackt werden, könnten Anleger mit Kursen von rund 12,70 Euro rechnen, bevor die Aktie dort wieder auf Widerstand stößt.

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In den letzten Tagen wurden erste Verkaufssignale generiert. Analysten raten aktuell zur Vorsicht, denn die Wahrscheinlichkeit vor bevorstehenden Kursverlusten ist aus charttechnischer Sicht durchaus gegeben. Sollten die Bären das Ruder übernehmen, könnte die Notierung bis zur Unterstützung bei 10,75 Euro fallen.

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