Commerzbank: Sechster Aktienrückkauf abgeschlossen

Commerzbank beendet Aktienrückkauf über 524 Millionen Euro und startet ein neues Programm bis 1,2 Milliarden Euro bis Februar 2027.

Die Kernpunkte:
  • Sechster Rückkauf über 524 Millionen Euro
  • Neues Aktienprogramm bis 1,2 Milliarden Euro
  • AT1-Rückkaufangebot über 750 Millionen Euro
  • Aktie nur 0,4 Prozent unter Jahreshoch

Commerzbank hat den sechsten Aktienrückkauf ihrer laufenden Kapitalrückführung abgeschlossen. Das Volumen belief sich auf 524 Millionen Euro, die erworbenen Aktien sollen später eingezogen werden. Der Abschluss markiert einen weiteren Baustein in der Strategie der Frankfurter Bank, überschüssiges Kapital konsequent an die Aktionäre zurückzugeben.

Neues Programm mit klarem Zeitplan

Im Anschluss an den sechsten Rückkauf hat Commerzbank ein weiteres Programm über bis zu 1,2 Milliarden Euro aufgelegt. Grundlage war eine Ad-hoc-Mitteilung, wonach die Maßnahme nach Genehmigungen der EZB und der Deutschen Finanzagentur beschlossen wurde.

Eine begleitende Kapitalmarktmitteilung zum Programm 2026/II beziffert das maximal mögliche Rückkaufvolumen auf bis zu 108.084.709 Aktien. Das Programm soll spätestens am 10. Februar 2027 enden, auch diese Papiere sollen anschließend eingezogen werden.

Beide Rückkäufe sind Teil einer geplanten Kapitalrückführung von rund 3,2 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2026 – eine Größenordnung, die den Umfang der bisherigen Ausschüttungspolitik der Bank fortschreibt und zugleich verdeutlicht, wie stark das Institut derzeit auf Kapitalstärke und Aktionärsrendite setzt.

Parallel dazu treibt Commerzbank die Bereinigung ihrer Bilanzstruktur voran: Für die ausstehenden AT1-Anleihen der Jahrgänge 2020 und 2021 läuft ein Rückkaufangebot mit einem maximalen Annahmebetrag von 750 Millionen Euro. Die Frist dafür endet am 10. September, das Settlement ist für den 15. September vorgesehen. Zusammen mit den Aktienrückkäufen zeigt sich damit ein Institut, das seine Kapitalbasis auf mehreren Ebenen gezielt optimiert.

UniCredit-Thema bleibt im Hintergrund präsent

Die Kapitalmaßnahmen laufen vor dem Hintergrund der andauernden Debatte um eine mögliche Übernahme durch die italienische UniCredit. Reuters hatte berichtet, dass diese Diskussion in Deutschland an Fahrt gewinne und Teil einer breiteren europäischen Bankenkonsolidierung sei.

Für den 14. September ist zudem ein Treffen zwischen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und UniCredit-Chef Andrea Orcel in Berlin angekündigt, das die Position der Bundesregierung in der Frage klären soll.

Für Anleger verschmelzen damit zwei Erzählstränge: die operative Kapitaldisziplin der Bank und die strategische Unsicherheit rund um die Eigentümerstruktur. Die umfangreichen Rückkaufprogramme signalisieren, dass Commerzbank ungeachtet der Übernahmedebatte an ihrer eigenständigen Kapitalstrategie festhält und Kapitalüberschüsse aktiv an die Aktionäre zurückgibt, statt sie für mögliche Übernahmeszenarien zu horten.

Kurs nahe Jahreshoch

Die Aktie notiert bei 42,86 Euro und damit nur 0,4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 43,03 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Anstieg auf 28 Prozent. Die Nähe zum Jahreshoch unterstreicht, wie stark die Kombination aus Kapitalrückführung und Übernahmefantasie die Bewertung des Papiers zuletzt getragen hat.

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