Constantin Medien: Machtkampf schickt Aktie weiter in den Keller

Mit Spannung war die Hauptversammlung beim Medien- und Marketing-Konzern Constantin Medien erwartet worden. Denn die beiden Großaktionäre Dieter Hahn und Bernhard Burgener haben sich inzwischen in einem Richtungsstreit über die weitere Strategie der Gesellschaft festgebissen. Doch auch die aktuelle Aktionärsversammlung konnte diesbezüglich keine Einigung herbeiführen.

© Constantin Medien
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Bei dem Streit geht es um die Frage, ob Constantin Medien sein bisheriges Filmgeschäft verkaufen und sich stattdessen nur noch auf Sport bzw. Sport- und Eventmarketing fokussieren soll. Der frühere Vorstandschef von Konstantin Bernhard Burgener ist vehement dagegen, während der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hahn sowie der amtierende Vorstandschef Fred Kogel diesen Strategiewechsel bevorzugen. Das Problem dabei:

Constantin bekommt Gegenwind aus der Schweiz

Sowohl Hahn mit seinen Mitstreitern als auch Burgener mit seinen Leuten halten jeweils rund 30 % der Aktien und können sich so entsprechend gegenseitig blockieren. Dabei hat die ganze Affäre auch grenzüberschreitende Wirkung. Denn Burgener ist Verwaltungsratschef der Highlight Communications, an der Constantin beteiligt ist und bei der das Filmgeschäft über die Constantin Film angelagert ist. Highlight Communications selbst verwahrt sich mehrheitlich gegen die Versuche der Mutterfirma, die 60,5 % der Anteile hält, das Filmgeschäft zu verkaufen.

Bei der nun stattgefundenen Hauptversammlung gab es gleich zum Anfang erneut einen Aufreger. Denn die Stimmen-Gruppe um Burgener wurde ausgeschlossen, weil es angeblich eine falsche Stimmrechtsmitteilung gegeben hatte. Burgener erklärte entsprechend, gegenüber den Beschlüssen der anderen Aktionäre eine Anfechtungsklage einzureichen.

Weiterer Streit vorprogrammiert

Dies dürfte insbesondere dem Beschluss gelten, dass 73 % der übrigen Aktionäre für den Verkauf des Film-Segmentes votierten. Was allerdings nicht heißt, dass die Aktionäre mit der Geschäftsführung grundsätzlich einverstanden sind. So wurde unter anderem dem Aufsichtsratschef Hahn die Entlastung verweigert. Das galt auch für den derzeitigen Finanzvorstand Hanns Beese.

Damit ist das passiert, was viele Aktionäre im Vorfeld schon befürchteten: Der Machtkampf wird in weitere Runden gehen. Doch das wollen sich immer weniger Anleger antun. So sackte die Aktie von Constantin Medien am letzten Handelstag der Woche weitere fast 10 % ab. Besserung ist hier noch lange nicht in Sicht. Insofern sollten interessierte Anleger weiterhin Abstand halten.

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