Continental unter Zugzwang – Aktie vor dem Richtungswechsel?

Konkurrenz belebt das Geschäft. Dieses alte Sprichwort ist jedem bekannt und bringt viele Unternehmen ins Schwitzen. Zu diesen könnte jetzt auch Continental gehören. Der Konzern war mit einer Umsatzsteigerung von 14% im 1. Quartal gestartet.

 

© Pixaybay
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Darüber hinaus wurde kräftig investiert, nicht nur in Sachanlagen, sondern auch in Forschung und Entwicklung. Eine Anhebung der Jahresprognose rundete das Gesamtbild dann ab.

 

Continental verweist auf Neuzugang

Die Automobilindustrie unterliegt einem ständigen Wandel. Feierte man vor vielen Jahren noch einen elektrischen Fensterheber als Revolution, erzeugt dieses „Extra“ heute nur noch ein müdes Lächeln beim Endverbraucher.

Dem technikversierten Kunden bieten sich heute diverse Möglichkeiten zur Ausstattung des Wunschfahrzeuges. Die Anzahl an Knöpfen und Schaltern im Cockpit eines Fahrzeuges ist bei manchen Modellen kaum noch überschaubar und immer neue Innovationen erobern den Markt.

Dieser Herausforderung muss sich Continental auch stellen. Jetzt übernahm man die Elektrobit Automotive Group, die Tochtergesellschaft der finnischen Elektrobit Corporation. Elektrobit ist spezialisiert auf hoch innovative Softwarelösungen, wie sie in Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommen.

Dazu gehören beispielsweise Fahrerassistenz- und Infotainmentsysteme. Continental will mit dieser Übernahme eigene Entwicklungskapazitäten erhöhen und die Entwicklung von Technologien für Systeme, die das automatisierte Fahren ermöglichen, vorantreiben.

 

Die Konkurrenz schläft nicht

Solche Investitionen sind auch nötig, denn die Konkurrenz legt auch nach. Kürzlich übernahm der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen für 12,5 Mrd. Euro das US-Unternehmen TRW, um dadurch Zugang zu Fahrerassistenzsystemen zu bekommen.

Gleichzeitig machte der Vorstand von ZF auch die Ansage zu geplanten Umsatzzielen. Bis 2025 will ZF mehr als 70 Mrd. Umsatz generieren. Diese Summe könnte Konkurrenzunternehmen wie Continental und Bosch die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Denn diese müssten nach dieser Vorgabe ihren Umsatz bis 2025 mehr als verdoppeln.

Will man also die eigene Marktführung behalten, muss man investieren und am Ball bleiben. Sonst übernimmt ein anderer das Zepter und man hat den Anschluss verpasst. Insofern war die Übernahme von Elektrobit strategisch wichtig.

 

Aktie - Auf zu neuen Höhen?

Die Aktie von Continental liegt seit Ende April in einem Seitwärtstrend mit einer recht hohen Schwankungsbreite. Seit Mitte Juni schwankte dieser in einem Bereich von 210 bis 220 Euro. An dieser Marke scheiterte der Wert zuletzt immer wieder auf dem Weg nach oben.

Ein Teil der Rückgänge war sicherlich dem allgemeinen Marktumfeld geschuldet. Aber auch eine gewisse Unsicherheit der Anleger im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Reifengeschäfts trug einen Anteil hieran.

150702 Continental

Die Übernahme von Elektrobit ist ein gutes Signal, was den Papieren auch dabei helfen könnte, wieder in Richtung 230 Euro zu steigen. Dann wäre auch das Erreichen des Jahreshochs nicht mehr in weiter Ferne.

Analysten des Bankhaus Lampe setzen hier sogar noch höher an. Diese beließen die Aktien von Continental auf Kaufen mit einem Kurzsziel von 250 Euro. Hier sieht man den Automotive-Bereich als Wachstumstreiber für die nächsten Jahre.

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