CoreWeave Aktie: 360 Megawatt für Indonesien
CoreWeave kündigt drei KI-Rechenzentren in Indonesien an und sichert sich SSD-Lieferverträge. Analysten loben das Papier, während die Quartalszahlen am 11. August erwartet werden.

- Erste KI-Rechenzentren in Asien
- Mehrjähriger SSD-Liefervertrag mit Solidigm
- Analystenstart mit Overweight und Kursziel 151 Dollar
- Quartalszahlen am 11. August erwartet
Der US-Spezialist für KI-Infrastruktur CoreWeave treibt seine globale Expansion massiv voran. Mit dem Markteintritt in Indonesien und einer neuen Vereinbarung zur Absicherung seiner Hardware-Lieferkette positioniert sich das Unternehmen strategisch gegen die Konkurrenz der großen Hyperscaler. Die Aktie, die seit Jahresbeginn um 18,52 % zulegen konnte, steht nun vor der Veröffentlichung neuer Quartalszahlen in der kommenden Woche.
Markteintritt in Indonesien bis 2028
CoreWeave hat gestern den Bau von drei neuen KI-Rechenzentren in Indonesien angekündigt. Es handelt sich dabei um die erste Präsenz des Unternehmens in der Region Asien-Pazifik. Die geplanten Standorte sollen eine IT-Leistung von insgesamt 360 Megawatt bieten und bis zum Jahr 2028 vollständig in Betrieb gehen. Anders als bei vielen Kooperationsmodellen in der Branche wird CoreWeave diese Einrichtungen nach eigenen Angaben vollständig besitzen und selbst betreiben.
Nach Einschätzung des Managements entwickelt sich Indonesien derzeit zu einem der am schnellsten wachsenden Ziele für globale Technologie-Investitionen. Sachin Jain, COO von CoreWeave, begründete den Schritt mit der steigenden Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten in Südostasien. Das Unternehmen verfügt bereits über ein Portfolio von 49 aktiven Rechenzentren und strebt an, die vertraglich gebundene Leistung bis Ende 2027 auf 3,5 Gigawatt zu steigern.
Strategische Partnerschaft mit Solidigm
Parallel zur geografischen Expansion sicherte sich CoreWeave den Zugriff auf kritische Komponenten. Das Unternehmen schloss am Mittwoch einen mehrjährigen Vertrag mit Solidigm ab, einer Tochtergesellschaft von SK hynix. Die Vereinbarung gewährt CoreWeave prioritären Zugang zu Enterprise-SSDs (Solid-State-Drives), die für den Betrieb großflächiger KI-Plattformen unerlässlich sind.
Die Sicherung der Lieferkette gilt als entscheidender Wettbewerbsfaktor, da Analysten von BNP Paribas vor einer erneuten Knappheit bei Grafikprozessoren (GPUs) und zugehöriger Hardware bis zum Jahr 2027 warnen. Laut der Analyse könnten Unternehmen wie CoreWeave, die eine tiefe Integration mit Nvidia-Systemen pflegen, von dieser Verknappung profitieren. Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung wird demnach bis 2027 auf über 30 Gigawatt steigen, während die Kapazitäten der Chiphersteller hinterherhinken dürften.
Analystenlob und finanzielle Herausforderungen vor den Zahlen
Die Analysten von Piper Sandler haben gestern die Beobachtung der CoreWeave-Aktie aufgenommen und das Papier mit „Overweight“ sowie einem Kursziel von 151 US-Dollar eingestuft. Sie hoben hervor, dass das Unternehmen ein attraktives Risiko-Rendite-Profil im Bereich der KI-Cloud-Anbieter aufweise. Auch Morningstar sieht den fairen Wert der Aktie mit 106 US-Dollar deutlich über dem aktuellen Niveau, warnte jedoch vor der Volatilität im Sektor.
Trotz der Expansionserfolge blicken Anleger gespannt auf den kommenden Dienstag, den 11. August, wenn CoreWeave die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegt. Im ersten Quartal verzeichnete das Unternehmen zwar ein Umsatzwachstum von über 111 % auf 2,1 Milliarden US-Dollar, wies jedoch gleichzeitig einen Nettoverlust von 740 Millionen US-Dollar aus.
Zudem belasten hohe Verbindlichkeiten von etwa 25 Milliarden US-Dollar die Bilanz, während Insider-Verkäufe in dieser Woche für eine kurzfristige Eintrübung sorgten: Ein Mitbegründer veräußerte am Montag Aktien im Wert von rund 16 Millionen US-Dollar. Am heutigen Donnerstag notiert das Papier bei 75,85 Euro und verliert damit im Tagesverlauf 2,46 %. Angesichts eines Auftragsbestands von zuletzt fast 100 Milliarden US-Dollar bleibt das Unternehmen jedoch ein zentraler Akteur im Wettrüsten um die KI-Infrastruktur.
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