CoreWeave Aktie: Intrator beruhigt Belegschaft
Der CEO verweist auf 104,2 Milliarden Dollar Auftragsbestand, während hohe Anleiherenditen die Refinanzierung verteuern.

- Aktie verliert rund 15 Prozent
- Auftragsbestand steigt auf 104,2 Milliarden Dollar
- 2032er-Anleihe notiert unter 80 Cent
- Optionsvolumen erreicht das Siebenfache
Ein Kursverlust von rund 15 Prozent an einem Tag, Anleihen auf Distressed-Niveau und ein Chef, der intern beschwichtigen muss: CoreWeave erlebt einen turbulenten Mittwoch. Die Aktie schloss bei 65,78 Dollar, nachbörslich gab sie leicht weiter nach.
Der Chef hält dagegen
In einem Memo an die Mitarbeiter schrieb CEO Mike Intrator, der Markt könne Dinge manchmal „missverstehen und irrational handeln“. Der Auftragsbestand reiche aus, um die Schulden mehr als zu decken. Probleme bei Börsengängen und Schuldenaufnahmen einiger Wettbewerber, etwa Verzögerungen und Schwierigkeiten, „sickerten in die Erzählung rund um CoreWeave“, so Intrator.
Die Zahlen stützen zumindest den Backlog-Teil seiner Argumentation. Der Auftragsbestand lag im zweiten Quartal bei 104,2 Milliarden Dollar, nach 99,4 Milliarden im ersten. Im dritten Quartal kamen laut Unternehmen weitere Zusagen von mehr als 25 Milliarden Dollar netto hinzu.
Anleihen als Auslöser
Der Druck kam vom Kreditmarkt. Die unbesicherte Anleihe mit Fälligkeit 2032 notierte unter 80 Cent auf den Dollar. Ein Screenshot mit einer Rendite von 15 Prozent machte die Runde, Social-Capital-Gründer Chamath Palihapitiya warnte vor einer Blase bei privaten Krediten. Elon Musk kommentierte knapp mit „yikes“. Hinzu kam ein Bericht, wonach CoreWeave für weitere Finanzierungen gezielt Versicherer ansprechen will.
Der Sog erfasste den ganzen Sektor. Nebius und Iren gaben zeitweise bis zu 10 Prozent nach.
Optionshändler setzen auf mehr Verluste
Das Optionsvolumen in CoreWeave lag beim Siebenfachen des 30-Tage-Durchschnitts. Händler kauften knapp 200.000 Puts, aber nur 106.000 Calls. Auffällig war eine Einzelposition gegen 10 Uhr New Yorker Zeit: 26.000 neue Puts mit Strike 37,50 Dollar und Verfall am 18. Dezember, gekauft für insgesamt rund 1,9 Millionen Dollar.
Die Aktie müsste dafür um weitere 42 Prozent fallen. Scott Bauer von Prosper Trading Academy spricht von „Bubble Puts“. Es gehe weniger um eine Wette auf den Totalausfall. Wahrscheinlicher sei eine Absicherung gegen stark korrelierte KI-Werte oder gar die Nasdaq. Der Strike liegt knapp unter dem IPO-Preis von 40 Dollar aus dem März 2025, was Bauer als möglichen Break-even-Schutz früher Investoren deutet.
Entscheidend ist nun die Refinanzierung: Solange die Renditen der 2032er-Anleihe nahe 15 Prozent verharren, bleibt jede neue Schuldenaufnahme für CoreWeave teuer. Der nächste Verfall der Dezember-Puts am 18. Dezember markiert die Messlatte der Optionshändler.
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