CoreWeave Aktie: Leidos-Allianz für Geheimdienste

CoreWeave liefert künftig KI-Cloud für US-Geheimdienste. Trotz Kursverlusten sehen Analysten deutliches Erholungspotenzial für die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Partnerschaft mit Leidos für US-Behörden
  • Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
  • Umsatz verdoppelt, Nettoverlust bleibt hoch
  • NVIDIA-Investition von 2 Milliarden Dollar

Der Cloud-Infrastruktur-Spezialist CoreWeave setzt seinen Expansionskurs im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) mit einer strategischen Partnerschaft fort. Das Unternehmen gab eine Allianz mit dem US-Rüstungs- und IT-Konzern Leidos bekannt, um spezialisierte Cloud-Dienste für die US-Geheimdienste und das Verteidigungsministerium bereitzustellen. Die Kooperation umfasst klassifizierte KI-Cloud-Angebote, Intelligence-Analysen sowie Simulationen für Cybersicherheit. Damit positioniert sich das Unternehmen in einem Wachstumsmarkt, da die US-Bundesausgaben für KI-Infrastruktur Prognosen zufolge in den kommenden fünf Jahren mit einer jährlichen Rate von 12 Prozent steigen werden.

Analysten sehen Erholungspotenzial trotz Kursdrucks

Trotz der operativen Fortschritte stand die Aktie zuletzt unter erheblichem Druck. Gestern beendete das Papier den Handel bei 62,51 Euro, was einem Rückgang von 2,45 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Damit notiert der Wert aktuell rund 50,58 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 126,50 Euro, das im August des vergangenen Jahres erreicht wurde. Dennoch signalisieren Analysten deutliches Aufwärtspotenzial. Die Experten von Truist haben den Titel jüngst auf „Buy“ hochgestuft, wenngleich das Kursziel leicht von 131 auf 126 US-Dollar angepasst wurde. Noch optimistischer zeigt sich der Analyst John McPeake von Rosenblatt, der an seinem Kursziel von 250 US-Dollar festhält.

Neben dem Großauftrag im Verteidigungssektor konnte CoreWeave zudem den Kunden Anam für Inferenz-Workloads gewinnen, wobei modernste NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Grafikprozessoren zum Einsatz kommen. Diese technologische Aufrüstung ist Teil einer umfassenden Strategie: Bis zum Jahr 2030 plant das Unternehmen den Aufbau von KI-Fabriken mit einer Gesamtkapazität von mehr als 5 Gigawatt. Derzeit befinden sich bereits über 3,5 Gigawatt in der vertraglichen Umsetzung.

Massive Investitionen und hohe Verschuldung

Die finanziellen Rahmenbedingungen für dieses Wachstum sind jedoch durch eine enorme Kapitalaufnahme gekennzeichnet. Im laufenden Jahr 2026 hat CoreWeave bereits mehr als 20 Milliarden US-Dollar an Kapital gesichert. Darunter befinden sich ein befristetes Darlehen über 8,5 Milliarden US-Dollar sowie eine durch Grafikprozessoren (GPUs) besicherte Kreditfazilität in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar. Zudem investierte der Chip-Gigant NVIDIA rund 2 Milliarden US-Dollar zu einem Preis von 87,20 US-Dollar je Aktie.

Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 verdeutlichen die Dynamik, aber auch die Kosten dieser Expansion. Bei einem Umsatz von 2,08 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 111,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 740 Millionen US-Dollar. Besonders belastend wirkte der Zinsaufwand, der sich auf 536 Millionen US-Dollar belief. Der Auftragsbestand wird indessen mit beeindruckenden 99,4 Milliarden US-Dollar beziffert.

Wettbewerb durch Tech-Giganten nimmt zu

Das Marktumfeld für spezialisierte Cloud-Anbieter verschärft sich unterdessen durch Ambitionen etablierter Plattform-Betreiber. So haben Ankündigungen von Meta Platforms, ein eigenes Cloud-Computing-Geschäft aufzubauen, für Verunsicherung gesorgt und zeitweise zu deutlichen Kursabschlägen bei CoreWeave geführt. Analysten beobachten zudem die Verkäufe von Führungskräften: CEO Michael Intrator veräußerte am 21. Juli Aktien im Wert von rund 24,07 Millionen US-Dollar.

Während die hohen Investitionsausgaben (Capex), die im ersten Quartal bei 7,7 Milliarden US-Dollar lagen, die Liquidität fordern, stützen die langfristigen Leasingverträge und die enge Anbindung an die NVIDIA-Lieferkette die Bewertung. Mit einer umgerechneten Marktkapitalisierung von 28,92 Milliarden Euro bleibt CoreWeave einer der gewichtigsten Akteure im Bereich der dedizierten KI-Infrastruktur, muss jedoch den Beweis erbringen, dass die hohen Zinslasten aus dem operativen Cashflow nachhaltig gedeckt werden können.

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