CoreWeave Aktie: Netzwerk für vier Kontinente
In Kopenhagen nahm CoreWeave den Betrieb auf; neue Verbindungen nach Asien und in den Nahen Osten sollen ab dem vierten Quartal entstehen.

- Mehrheit der 22,5 Megawatt in Betrieb
- Neun europäische Rechenzentren in fünf Ländern
- Netzausbau startet im vierten Quartal 2026
- Vollständiger globaler Ring für Mitte 2027 vorgesehen
CoreWeave baut mehr als nur Rechenzentren. Der KI-Cloud-Anbieter will ein eigenes globales Backbone-Netzwerk für KI-Workloads aufbauen und bringt parallel erstmals Kapazität in Dänemark ans Netz. Es ist ein Schritt, der die Abhängigkeit von fremder Konnektivität verringern soll.
Kopenhagen als erster dänischer Standort
Im DEN01-Rechenzentrum des nordischen Betreibers atNorth in Kopenhagen ging die Mehrheit der geplanten 22,5 Megawatt IT-Leistung in Betrieb. Die Anlage setzt auf NVIDIA-Blackwell-Systeme, die per Quantum-X800-InfiniBand vernetzt sind. Die Abwärme fließt über eine Vereinbarung ins Fernwärmenetz der Stadt.
Damit wächst die europäische Infrastruktur von CoreWeave auf neun Rechenzentren in fünf Ländern. Dazu zählen unter anderem Großbritannien, Spanien, Schweden und Norwegen.
Backbone bis nach Asien und in den Nahen Osten
Der zweite Teil der Ankündigung ist strategisch womöglich der wichtigere. CoreWeave erweitert sein bestehendes Netz in Nordamerika und Europa um neue Anbindungspunkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, Indonesien, Singapur, Australien, Korea und Japan. Der Ausbau beginnt im weiteren Verlauf des vierten Quartals 2026, der vollständige Ring soll Mitte 2027 stehen.
Technisch setzt das Unternehmen auf mehrere Verbindungen mit je 400 Gigabit pro Sekunde an jedem Knotenpunkt, hardwarebasierte MACsec-Verschlüsselung und redundante Pfade. Kunden sollen große Datensätze zwischen Regionen verschieben können, ohne bei Tempo oder Sicherheit Abstriche zu machen. Nach eigener Darstellung entsteht das erste globale Backbone dieser Art, das speziell für KI-Lasten gebaut ist.
COO Sachin Jain begründet den Schritt mit den Kundenanforderungen: Rechenleistung allein reiche nicht, Daten und Workloads müssten sich dorthin bewegen lassen, wo das Geschäft sie braucht.
Skalierung im Hintergrund
Die Expansion folgt auf zuletzt gemeldete Projekte in Indonesien und Indien. Zum 30. Juni 2026 betrieb CoreWeave 51 Rechenzentren mit mehr als 1,5 Gigawatt aktiver Leistung. Vertraglich gesichert waren zum Zeitpunkt der Quartalszahlen im August rund 4,2 Gigawatt.
Zwischen aktiver und vertraglich gesicherter Leistung klafft damit eine große Lücke. Der Ausbau von Standorten und Netz ist der Weg, sie zu schließen. Er verlangt allerdings weiteres Kapital, ein Thema, das den Aktienkurs zuletzt belastet hat.
Konkrete Meilensteine stehen fest: Die ersten neuen Netzwerkknoten sollen noch im vierten Quartal 2026 starten, der komplette Ring Mitte 2027.
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