CoreWeave Aktie: Staatsauftrag trotz Schuldensorgen

CoreWeave sichert sich Cloud-Deal mit US-Geheimdiensten, während Kreditkosten steigen und der Aktienkurs fällt.

Die Kernpunkte:
  • Kooperation mit Leidos für Pentagon-Cloud
  • Aktienkurs fällt auf Jahrestief
  • Entwicklungschef verkauft Aktienanteile
  • Kreditkonditionen verschlechtern sich deutlich

Kaum ist ein neuer Großkunde aus dem US-Verteidigungssektor bestätigt, sorgen ganz andere Zahlen für Aufsehen: steigende Kreditkosten, ein Insiderverkauf und ein Kurs nahe dem Jahrestief. CoreWeave zeigt derzeit zwei sehr unterschiedliche Gesichter.

Pentagon setzt auf CoreWeaves Cloud

CoreWeave hat sich mit dem Verteidigungsdienstleister Leidos zusammengetan, um sichere KI-Cloud-Dienste für die US-Geheimdienste und das Verteidigungsministerium bereitzustellen. Geplant sind klassifizierte Umgebungen für Training und Betrieb von KI-Modellen, Werkzeuge zur Fusion und Analyse von Geheimdienstinformationen sowie Simulationsplattformen für Cyberabwehr und Gefechtsfeld-Szenarien. Leidos übernimmt die Integration in bestehende Missionssysteme, CoreWeave liefert die technische Plattform über seine Sparte CoreWeave Federal.

Kurs unter Druck

Während der Staatsauftrag operative Fantasie liefert, zeigt sich an der Börse ein anderes Bild. Die Aktie ist binnen einer Woche um rund 25 Prozent gefallen und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 60,55 Dollar.

In diesem Umfeld verkaufte Entwicklungschef Brannin McBee über zwei familiäre Treuhandkonstrukte 13.000 Aktien im Gegenwert von rund 923.000 Dollar. Die Transaktion lief im Rahmen eines bereits im März aufgesetzten automatisierten Handelsplans, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Nervöse Anleihemärkte

Parallel dazu wächst die Sorge um die Finanzierungslast des Unternehmens. Für einen 2,6 Milliarden Dollar schweren Kredit, der zusätzliche Rechenkapazität für Kunden wie Anthropic finanzieren soll, musste CoreWeave die Konditionen nachbessern: Die Zinsaufschläge kletterten auf bis zu 5,5 Prozentpunkte über dem Referenzsatz, der Ausgabepreis sank auf 97 Cent je Dollar.

Die Kosten zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfall der CoreWeave-Anleihen sind in diesem Monat um mehr als 50 Prozent gestiegen – der höchste Stand seit Dezember. Der Hintergrund: CoreWeave plant für das laufende Jahr Investitionen von mehr als 34 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur und finanziert einen Teil davon über den Markt für hochverzinsliche Anleihen. Der neue Kredit soll neben Anthropic auch Kapazitäten für die Marktmacher Jane Street und Hudson River Trading absichern, die auf Rechenleistung für ihre Handelsalgorithmen angewiesen sind.

Am Analystenbild ändert das bislang wenig. Bank of America, Wolfe Research und Rosenblatt bekräftigten zuletzt ihre Kaufempfehlungen, mit Kurszielen zwischen 140 und 250 Dollar – eine Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich die Wachstumschancen aus dem KI-Boom gegen die steigenden Finanzierungskosten gewichtet werden. Der Leidos-Auftrag liefert operative Argumente für die Bullen, an den Kreditmärkten bleibt die Skepsis vorerst bestehen.

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