CoreWeave Aktie: Truist stuft auf Buy nach 35-Prozent-Sturz
Trotz hoher Schulden und Verlusten stufen mehrere Analysten CoreWeave hoch. Das immense Umsatzwachstum und die KI-Nachfrage überzeugen.

- Mehrere Analysten stufen CoreWeave hoch
- Umsatzwachstum von über 111 Prozent
- Hohe Investitionen belasten die Bilanz
- Strategische Partnerschaften für Expansion
Die Aktie des Spezialisten für KI-Infrastruktur CoreWeave ist nach einer Phase deutlicher Kursverluste wieder in den Fokus führender Analysehäuser gerückt. Trotz massiver Investitionsausgaben und einer hohen Verschuldung sehen Experten die aktuelle Bewertung als Einstiegschance. Mehrere Heraufstufungen unterstreichen die Erwartung, dass die Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz das Wachstum des Unternehmens weiter beschleunigen wird.
Analysten-Upgrades nach deutlichen Kursrücksetzern
Truist Securities hat CoreWeave am 23. Juli 2026 von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Analyst Arvind Ramnani begründete diesen Schritt mit dem erheblichen Bewertungsabschlag, nachdem das Papier innerhalb von drei Monaten rund 35 Prozent an Wert verloren hatte. Zwar wurde das Kursziel leicht von 131 US-Dollar auf 126 US-Dollar gesenkt, doch impliziere dies laut Ramnani weiterhin ein Aufwärtspotenzial von über 50 Prozent. Als wesentliche Treiber nannte der Analyst die zunehmende Einführung von KI in Unternehmen sowie die steigende staatliche Nachfrage nach Rechenzentren. Das Risiko durch Pläne von Meta, eigene Rechenkapazitäten zu vermarkten, werde vom Markt derzeit überschätzt.
Parallel dazu stufte Robert W. Baird den Titel am 22. Juli auf „Strong-Buy“ hoch. Die Experten von Bank of America bestätigten ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 140 US-Dollar, während Jefferies das Ziel bei 150 US-Dollar belässt. Dem gegenüber stehen vorsichtigere Einschätzungen von Barclays, die den Wert mit „Equal-Weight“ und einem Ziel von 90 US-Dollar führen. Mit einem aktuellen Kurs von 65,85 € spiegelt die Aktie die jüngste Volatilität wider und notiert heute rund -7,88% tiefer. Damit beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 126,50 € derzeit -47,94%.
Beeindruckendes Umsatzwachstum bei hohem Kapitalbedarf
Die operativen Zahlen verdeutlichen die Geschwindigkeit der Expansion. Im ersten Quartal 2026 steigerte CoreWeave den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 111,6 Prozent auf 2,08 Milliarden US-Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 12 und 13 Milliarden US-Dollar an. Der Auftragsbestand wird mit 99,4 Milliarden US-Dollar beziffert, wobei allein in jüngster Zeit neue Buchungen im Volumen von über 40 Milliarden US-Dollar hinzugekommen sind.
Diesem Wachstum stehen jedoch enorme Kosten gegenüber. Das Unternehmen plant für 2026 Investitionen (CapEx) in einer Spanne von 31 bis 35 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal resultierte dies in einem Nettoverlust von 740 Millionen US-Dollar und einem negativen freien Cashflow von 4,71 Milliarden US-Dollar. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich inzwischen auf über 50 Milliarden US-Dollar, wobei die Zinsaufwendungen zuletzt auf 536 Millionen US-Dollar anstiegen. Um die Liquidität sicherzustellen, erweiterte das Unternehmen unter Führung von JPMorgan und Goldman Sachs eine revolvierende Kreditfazilität von 1,5 auf 2,5 Milliarden US-Dollar.
Strategische Partnerschaften und internationale Expansion
CoreWeave setzt verstärkt auf Kooperationen und den Ausbau seiner globalen Präsenz. In Großbritannien plant das Unternehmen Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Pfund für KI-Rechenzentren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Standort DataVita in Schottland, wo Nvidia-GPUs der Grace Blackwell-Generation zum Einsatz kommen sollen. Zudem wurde Nokia ausgewählt, um das weltweite Netzwerk-Backbone für die KI-Cloud von CoreWeave bereitzustellen. Hierbei kommen moderne IP-Routing- und optische Transportsysteme zum Einsatz, um die enormen Datenmengen der KI-Anwendungen zu bewältigen.
Bis zum Ende des Jahres 2026 strebt CoreWeave den Betrieb von 28 Rechenzentren an. Ein langfristiger Mietvertrag über 15 Jahre für das Galaxy Helios Phase II-Projekt mit einer Kapazität von 260 Megawatt unterstreicht die langfristige Wachstumsstrategie. Trotz dieser Expansionsschritte bleibt die Skepsis einiger Marktteilnehmer bestehen, was sich auch in Insiderverkäufen widerspiegelt. In den letzten 90 Tagen veräußerten Insider Aktien im Wert von rund 1,98 Milliarden US-Dollar, wobei der CEO und der CFO im Juli eigene Anteile verkauften. Anleger achten nun auf die nächsten Quartalszahlen, die voraussichtlich am 11. August 2026 veröffentlicht werden.
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