Corning Aktie: 14-Prozent-Absturz trotz Rekordquartal
Corning übertrifft mit starken Quartalszahlen die Erwartungen, dennoch brechen die Aktienkurse ein. Gewinnmitnahmen nach einem rasanten Kursanstieg werden als Ursache genannt.

- Kernumsatz steigt um 17 Prozent
- Gewinn je Aktie klettert auf 0,78 Dollar
- Neue Milliarden-Deals mit Nvidia und Amazon
- Aktie stürzt nach Parabelflug um 14 Prozent ab
Rekordzahlen beim Umsatz, ein Gewinnsprung und gigantische Wachstumsziele bis 2030 — eigentlich lieferte Corning alle Zutaten für eine Kursrallye. Die Realität an der Börse sieht jedoch düster aus. Trotz starker KI-Impulse schickten Investoren die Aktie am Dienstag zweistellig in den Keller.
KI-Boom treibt das Kerngeschäft
Im zweiten Quartal 2026 steigerte Corning den Kernumsatz um 17 Prozent auf 4,74 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf der Spezialglas-Hersteller die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Gewinn je Aktie kletterte um 30 Prozent auf 0,78 US-Dollar.
Besonders das Segment Optical Communications glänzte mit einem Erlös von 2,07 Milliarden US-Dollar. Hier sorgt die Nachfrage nach Glasfaser-Infrastruktur für massive Zuwächse. Parallel dazu meldete das Solar-Geschäft nach dem Abschluss von Anlagen-Upgrades einen Umsatzsprung von 90 Prozent.
Innerhalb der Glasfaser-Sparte sprangen die Verkäufe im Bereich Enterprise Network sogar um 65 Prozent nach oben. Corning profitiert direkt vom Ausbau der generativen KI. Das Unternehmen liefert die notwendige Verbindungstechnik für die Hardware-Cluster der großen Tech-Konzerne. Die operative Marge kletterte auf starke 20,9 Prozent.
Milliardendeals mit Nvidia und Amazon
Die Konzernführung nutzt den Schwung für einen radikalen Ausbau der Strategie. Der „Springboard Plan“ sieht vor, den Jahresumsatz bis Ende 2030 auf 40 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln. Das Management setzt dabei auf die langfristige Transformation der Rechenzentren.
Als Zwischenschritt peilt das Unternehmen für 2026 bereits 20 Milliarden US-Dollar an. Das entspräche einer deutlichen Beschleunigung des Wachstums gegenüber den Vorjahren. Namhafte Partner stützen diese Ambitionen.
CEO Wendell P. Weeks bestätigte neue Langfrist-Abkommen mit Nvidia und Amazon. Diese folgen auf einen bereits bekannten Pakt mit Meta im Wert von sechs Milliarden US-Dollar. Die großen Cloud-Anbieter sichern sich frühzeitig globale Glasfaser-Kapazitäten, um ihre KI-Netzwerke auszubauen.
Gewinnmitnahmen nach Parabel-Flug
Warum bricht die Aktie trotz dieser Nachrichten um über 14 Prozent ein? Marktbeobachter verweisen auf die extrem hohe Bewertung im Vorfeld. Das Papier war zuvor fast parabolisch gestiegen. Da der Ausblick auf das dritte Quartal die hohen Erwartungen nicht übertraf, setzten Gewinnmitnahmen ein.
Technisch ist der Schaden durch den Kursrutsch massiv, auch wenn die fundamentale Story intakt bleibt. Mit einem Relative-Stärke-Index von 29,6 gilt das Papier nun als überverkauft. Das Augenmerk der Händler richtet sich nun auf die Marke von 100 Euro. Diese fungiert als psychologisch wichtige Unterstützung.
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