Corning Aktie: Nvidia treibt Glasfaserausbau
Corning-Aktie fällt um 21 Prozent vom Hoch, trotz massiver KI-Investitionen und ehrgeiziger Umsatzziele bis 2030.

- Aktie verliert 21 Prozent seit Juni-Hoch
- Drei neue Werke für Glasfasernetze geplant
- Umsatzsprung um 18 Prozent im Quartal
- Produktionskapazität soll sich verzehnfachen
Die Aktie von Corning gerät unter Druck. Am Donnerstag fiel der Kurs um 3,30 Prozent auf 187,50 Euro. Damit setzt sich die Korrektur der vergangenen Tage fort — seit dem Zwischenhoch von 238,30 Euro Ende Juni hat das Papier rund 21 Prozent eingebüßt.
Der Grund: Eine breite Gewinnmitnahmewelle erfasst den Technologiesektor. Besonders Aktien aus dem Bereich optische Kommunikation und Halbleiterinfrastruktur stehen unter Abgabedruck. Viele Anleger fragen sich, ob sich die milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur schnell genug auszahlen. Corning als Zulieferer von Glasfaserkomponenten spürt diese Stimmungsschwankungen unmittelbar.
Massive Investitionen in die Produktion
Dabei baut der Konzern massiv aus. Gemeinsam mit Nvidia treibt Corning den Aufbau hochkapazitiver Glasfasernetze voran. Dazu entstehen drei neue Werke in North Carolina und Texas. Die Produktionskapazität für Glasfaserkabel soll sich verzehnfachen — ein klares Signal, dass das Management auf weiter steigende Nachfrage aus KI-Rechenzentren setzt.
Parallel dazu hat Corning den „Springboard“-Wachstumsplan aktualisiert. Das Unternehmen peilt bis Ende 2028 einen Jahresumsatz von 30 Milliarden Dollar an. 2030 sollen es bereits 40 Milliarden Dollar sein. Treiber sind die Photonik- und Optikkommunikationssparten, die direkt vom KI-Boom profitieren.
Solide Zahlen, verhaltene Prognose
Im jüngsten Quartal erzielte Corning einen Umsatz von 4,34 Milliarden Dollar — ein Plus von 18,1 Prozent zum Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie lag bei 0,70 Dollar. Für das laufende Quartal erwartet das Management zwischen 0,73 und 0,77 Dollar.
Die Dividende bleibt stabil: 0,28 Dollar je Aktie, Zahlung am 29. September. Rund 70 Prozent der Aktien liegen bei institutionellen Anlegern — ein Vertrauensbeweis, der den jüngsten Kursrutsch relativiert.
Dennoch lauern Risiken. Kurzfristige Kosten von rund 30 Millionen Dollar für die Solarwafer-Produktion belasten. Und die jüngste Korrektur zeigt: Selbst starke KI-Geschichten bleiben von Gewinnmitnahmen nicht verschont.
Die Quartalszahlen werden zeigen, ob Corning seine Prognose halten kann. Der Markt erwartet ein starkes zweites Halbjahr.
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