Covestro Aktie: Börsen-Abschied besiegelt
Der Großaktionär ADNOC drängt mit einem Squeeze-out die letzten Minderheitsaktionäre aus Covestro. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahreshöchst, während die operativen Zahlen des Unternehmens weiter einbrechen.

- Squeeze-out-Beschluss für 19. Mai 2026 geplant
- Umsatz und operatives Ergebnis 2025 deutlich gesunken
- Aktienkurs entkoppelt sich von Fundamentaldaten
- CEO Steilemann verlässt das Unternehmen 2028
Die operative Krise beim Werkstoffhersteller Covestro vertieft sich, wie die jüngsten Geschäftszahlen schonungslos offenbaren. Doch für die verbliebenen Anleger spielen rote Zahlen kaum noch eine Rolle. Der Fokus richtet sich vollständig auf die kommende Hauptversammlung, auf der das letzte Kapitel der Börsengeschichte des Konzerns geschrieben werden soll.
Squeeze-out im Mai geplant
Der Großaktionär XRG, hinter dem der Ölriese ADNOC steht, macht ernst. Mit einem Anteil von mittlerweile über 95 Prozent plant der Eigentümer den sogenannten Squeeze-out. Auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 soll der entscheidende Beschluss fallen, die verbliebenen Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen zu drängen.
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Sobald dieser Beschluss ins Handelsregister eingetragen ist, gehen die restlichen Aktien automatisch auf den Großaktionär über. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen das Vorhaben, das die Eigentümerstruktur vereinfachen und regulatorische Anforderungen minimieren soll. Der Rückzug vollzieht sich auch auf dem Parkett: Seit Februar notiert Covestro nicht mehr im Prime Standard, sondern im weniger regulierten General Standard.
Operative Talfahrt ohne Bremswirkung
Dass der Kurs sich von den Fundamentaldaten entkoppelt hat, zeigt ein Blick auf die Bilanz für 2025. Der Umsatz schrumpfte um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis (EBITDA) um knapp 31 Prozent auf 740 Millionen Euro einbrach. Besonders der negative Free Operating Cash Flow von minus 283 Millionen Euro verdeutlicht die angespannte Lage, die durch globale Überkapazitäten und Preisdruck verursacht wird.
Unter normalen Umständen hätten diese Kennzahlen wohl einen Ausverkauf ausgelöst. Doch die Aktie notiert aktuell bei 60,20 Euro und damit in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro. Der Kurs wird nicht mehr von Gewinnerwartungen, sondern fast ausschließlich durch die Übernahmestruktur und die Spekulation auf die Abfindungshöhe gestützt.
Management im Umbruch
Die Übernahme durch ADNOC zieht auch personelle Konsequenzen nach sich. CEO Markus Steilemann wird nach Ablauf seines Vertrags 2028 nicht mehr zur Verfügung stehen und folgt damit dem Finanzvorstand, der seinen Abschied bereits angekündigt hatte. Auch operativ bleibt der Ausblick für 2026 verhalten: Das Management rechnet lediglich mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau. Eine Dividende fällt angesichts der Lage zum vierten Mal in Folge aus.
Für die wenigen verbliebenen Investoren ist die operative Zukunft des Unternehmens jedoch zweitrangig. Alles entscheidet sich nun an der Höhe der Barabfindung, die im Zuge des Squeeze-out-Verfahrens für den 19. Mai festgelegt wird. Damit endet für Kleinanleger die Möglichkeit, an der Entwicklung des ehemaligen DAX-Konzerns zu partizipieren, endgültig.
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