Covestro Aktie: Force Majeure am Standort Dormagen
Rekordtiefstand am Rhein zwingt Covestro zur Drosselung der Produktion. Logistikprobleme und steigende Kosten belasten die Chemiebranche erheblich.

- Historischer Pegelstand in Kaub
- Force Majeure bei Covestro ausgerufen
- Logistikprobleme in der Chemieindustrie
- Wirtschaftswachstum durch Niedrigwasser gefährdet
Der historisch niedrige Wasserstand des Rheins zwingt den Chemiekonzern Covestro zu drastischen Maßnahmen. Am Standort Dormagen hat das Unternehmen Force Majeure ausgerufen, da die Rohstoffversorgung und die Produktion durch die extremen Bedingungen massiv beeinträchtigt sind.
Der Pegelstand am für die Schifffahrt kritischen Punkt Kaub erreichte am vergangenen Freitagabend mit sechs Zentimetern einen neuen historischen Tiefststand und unterschritt damit den bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2018 deutlich.
Produktion und Logistik massiv beeinträchtigt
Die Ausrufung von Force Majeure — der rechtliche Hinweis auf höhere Gewalt — verdeutlicht den Ernst der Lage für die Versorgungskette. Da rund 80 Prozent der deutschen Binnenschiffsgüter über den Rhein transportiert werden, treffen die Einschränkungen die chemische Industrie besonders hart. Am Standort Dormagen sind laut Medienberichten sowohl der Zufluss von Rohstoffen als auch der Abtransport fertiger Produkte betroffen.
Die aktuelle Situation am Rheinkilometer 546 in Kaub gilt als beispiellos. Während beim Dürresommer 2018 ein Tiefstwert von 25 Zentimetern gemessen wurde, lag die Fahrrinne zuletzt nur noch bei einer Tiefe von 1,23 Metern. Dies macht den Einsatz herkömmlicher Güterschiffe nahezu unmöglich, da diese bei solch geringen Wasserständen kaum noch Last aufnehmen können.
Experten des Kiel Instituts warnen, dass eine Phase von 30 Tagen mit Pegelständen unter 78 Zentimetern die Industrieproduktion um etwa ein Prozent drücken kann.
Schiene und Straße als begrenzte Alternativen
Um den drohenden Stillstand abzuwenden, suchen Industrie und Logistikdienstleister nach Ausweichmöglichkeiten. DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg kündigte an, stillgelegte Güterwagen zu reaktivieren. Von den rund 900 mobilisierbaren Wagen sollen 300 sofort zum Einsatz kommen, um einen Teil der ausfallenden Schiffskapazitäten aufzufangen. Ein einzelner Zug kann dabei jedoch nur einen Bruchteil der Menge eines modernen Binnenschiffs transportieren.
Die Verlagerung auf die Straße ist ebenfalls nur begrenzt möglich, obwohl Sonntagsfahrverbote für Lastkraftwagen in mehreren Bundesländern bereits gelockert wurden. Die Beförderungskosten in der Binnenschifffahrt sind seit 2004 um rund 80 Prozent gestiegen, was den Kostendruck auf Unternehmen wie Covestro weiter erhöht.
Steffen Bauer, Chef des Logistikunternehmens HGK, forderte angesichts der Krise massive Investitionen in moderne Niedrigwasserschiffe, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.
Marktlage und wirtschaftliche Folgen
Ökonomen wie die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnen vor den makroökonomischen Folgen der aktuellen Trockenperiode. Das Niedrigwasser könnte das deutsche Wirtschaftswachstum um bis zu 0,5 Prozentpunkte dämpfen.
Steigende Transportkosten und Produktionsausfälle tragen zudem zur allgemeinen Preissteigerung bei. Neben Covestro melden auch andere Branchengrößen wie Thyssenkrupp und BASF erhebliche Störungen in ihren Logistikabläufen und mussten ihre Produktion teilweise anpassen.
An der Börse zeigt sich der Titel von den operativen Schwierigkeiten am Montagvormittag weitgehend stabil. Die Aktie notiert vorbörslich bei 60,40 Euro. Damit bewegt sich das Papier derzeit etwa 0,6 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 61,50 Euro, das erst Anfang Januar markiert wurde, beträgt aktuell lediglich 1,8 Prozent. Anleger beobachten nun genau, wie lange die Sperrung der Wasserwege anhält, da die Dauer der Krise entscheidend für die finanziellen Auswirkungen im laufenden Quartal sein wird.
Covestro-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Covestro-Analyse vom 17. August liefert die Antwort:
Die neusten Covestro-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Covestro-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Covestro: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...



