Covestro Aktie: Neuaufstellung vor dem Ende

Der Chemiekonzern Covestro schließt eine kleinere Kreditfazilität ab, während der Squeeze-out durch den Großaktionär eingeleitet wurde. Die Aktie wird demnächst vom Markt genommen.

Die Kernpunkte:
  • Neue Kreditlinie über 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen
  • Squeeze-out mit Barabfindung von 59,46 Euro je Aktie
  • Börsenzulassung endet Anfang Mai 2026
  • Transformationsprogramm STRONG läuft weiter

Covestro ordnet seine Finanzierungsbasis, während der Börsenabschied bereits besiegelt ist. Ende März schloss der Chemiekonzern mit 15 Kernbanken eine neue syndizierte Kreditfazilität über 1,5 Milliarden Euro ab — deutlich kleiner als die bisherige Linie von 2,5 Milliarden Euro. Ein Schritt, der die veränderte Realität des Unternehmens widerspiegelt.

Kleinerer Rahmen, schwieriges Umfeld

Die neue Kreditlinie läuft drei Jahre mit zwei einjährigen Verlängerungsoptionen. Dass der Rahmen so stark geschrumpft ist, überrascht angesichts der operativen Lage kaum: Das EBITDA brach im vergangenen Geschäftsjahr um rund 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, unterm Strich stand ein Nettoverlust von 644 Millionen Euro. Sinkende Verkaufspreise, Währungsgegenwind und Überkapazitäten in der Chemiebranche hinterließen tiefe Spuren. Eine Dividende für 2025 gibt es nicht.

Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen keine Trendwende — Überkapazitäten, Preisdruck und protektionistische Handelspolitik bleiben die bestimmenden Faktoren.

Squeeze-out und letzter Akt am Kapitalmarkt

Die Refinanzierung fällt in die Schlussphase des Delistings. Großaktionär XRG P.J.S.C. stellte am 20. März formal das Squeeze-out-Verlangen nach § 327a AktG. Die festgesetzte Barabfindung beträgt 59,46 Euro je Aktie — rund 2,54 Euro weniger als das ursprüngliche Übernahmeangebot von 62 Euro. Für verbliebene Minderheitsaktionäre bedeutet das eine spürbare Einbuße.

Am 5. Mai endet die Börsenzulassung zum regulierten Markt, am 19. Mai entscheidet die Hauptversammlung über den Squeeze-out. Seit Februar notiert die Aktie ohnehin nur noch im General Standard.

Operative Agenda läuft unbeeindruckt weiter

Parallel dazu setzt Covestro seinen Transformationskurs fort. Das STRONG-Programm hat bis Ende 2025 bereits rund 275 Millionen Euro eingespart, das Ziel sind 400 Millionen Euro jährlich bis 2028. Zudem soll die Übernahme zweier HDI-Produktionsstandorte von Vencorex in Thailand und Texas möglichst noch im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden — ein strategischer Zukauf im Segment Coatings & Adhesives.

An der Börse spielt das alles keine Rolle mehr. Die Aktie notiert mit rund 59,50 Euro knapp über dem Abfindungspreis, die 30-Tage-Volatilität liegt unter 3,5 Prozent. Der Markt hat entschieden: Covestro ist eine auslaufende Position.

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