Covestro Aktie: Squeeze-out läuft
Adnoc hat die 95-Prozent-Hürde überschritten und leitet das Squeeze-out bei Covestro ein. Die verbliebenen Aktionäre erhalten eine Barabfindung, bevor das Unternehmen delistet wird.

- Adnoc hält nun über 95 Prozent der Covestro-Anteile
- Squeeze-out-Verfahren für Minderheitsaktionäre gestartet
- Endgültige Barabfindung noch nicht festgelegt
- Delisting von Covestro steht bevor
Der Übernahmeprozess bei Covestro tritt in seine Schlussphase ein. Großaktionär Adnoc hat die entscheidende Schwelle von 95 Prozent überschritten und das Squeeze-out-Verfahren gestartet. Für die verbliebenen Anleger geht es jetzt im Kern nur noch um eines: die endgültige Höhe der Barabfindung.
Squeeze-out: Fakten zur Übernahme
Am 9. Januar 2026 hat Adnoc über die Adnoc International Germany Holding AG bzw. die Erwerbsgesellschaft XRG P.J.S.C. offiziell den aktienrechtlichen Squeeze-out eingeleitet. Damit ist klar, dass die Eigenständigkeit von Covestro an der Börse endet.
Die Ausgangslage im Überblick:
- Beteiligung Adnoc: 95,1 % des Grundkapitals
- Rechtsbasis: Squeeze-out nach §§ 327a ff. AktG möglich
- Ziel: Übertragung aller Aktien der Minderheitsaktionäre gegen Barabfindung und anschließendes Delisting
- Frühere Offerte: Öffentliches Übernahmeangebot zu 62,00 Euro je Aktie
Der Schlusskurs lag gestern bei 60,72 Euro und damit leicht unter der früheren Angebotshöhe. Diese Differenz spiegelt die Unsicherheit über die endgültige Abfindung wider, die auf Basis einer neuen Unternehmensbewertung festgelegt wird.
Kursbild und Markterwartungen
Die Aktie bewegt sich derzeit in einer engen Spanne. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von rund 8 Prozent, im 12-Monats-Vergleich liegt der Titel jedoch noch etwa 7,7 Prozent im Plus. Der Kurs notiert rund 8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 66,00 Euro und etwa 11 Prozent über dem Tief der vergangenen zwölf Monate.
Charttechnisch wirkt die Lage weitgehend eingefroren:
- Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt: knapp unter 1 Prozent
- Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt: gut 1 Prozent im Plus
- RSI (14 Tage): mit 30,3 nahe an der technisch überverkauften Zone
Diese Kennzahlen unterstreichen: Der Markt fokussiert sich weniger auf das operative Risiko, sondern fast ausschließlich auf die erwartete Barabfindung. Da die Bewertung im Squeeze-out-Verfahren gutachterlich ermittelt und gerichtlich überprüfbar ist, spekulieren Investoren darauf, ob der finale Betrag über, auf oder unter den 62 Euro des ursprünglichen Angebots liegen wird.
Operatives Geschäft: Fokus Medizintechnik
Parallel zur Übernahme treibt Covestro das Tagesgeschäft weiter voran. Auf der Fachmesse MD&M West 2026 Anfang Februar in Anaheim will der Werkstoffspezialist neue Lösungen für den Healthcare-Bereich präsentieren.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
- das SoundHeart™-Stethoskop von Korion Health auf Basis von Makrolon® 2458
- neue Dureflex®-TPU-Folien für medizinische Wearables
- das EZfuser™-Infusionssystem von MonuMedical
Diese Beispiele zeigen, dass die Innovationspipeline im Bereich Medizintechnik aktiv bleibt. Für die kurzfristige Kursbildung spielen solche Projekte im aktuellen Stadium des Übernahmeprozesses jedoch nur eine Nebenrolle.
Konsequenzen für Aktionäre
Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre ist die Perspektive klar umrissen: Mit Abschluss des Squeeze-outs werden ihre Anteile zwangsweise auf Adnoc übertragen, im Gegenzug erhalten sie eine Barabfindung. Der Streubesitz verschwindet damit vollständig, Covestro geht komplett in den Besitz von Adnoc über und wird von der Börse genommen.
Der Handel mit der Aktie dürfte bis zum Vollzug weiter an Dynamik verlieren, da der Großteil der Stücke bereits in festen Händen liegt. Die Kursentwicklung bleibt in dieser Phase vor allem eine Funktion der Erwartungen an die endgültige Bewertung im Squeeze-out-Verfahren. Sobald Höhe und Zeitplan der Abfindung feststehen, dürfte sich der Prozess zügig seinem Abschluss nähern.
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