Covestro Aktie: Verzögerungen absehbar?
Der neue Großaktionär XRG drängt Minderheitsaktionäre mit einem Squeeze-out-Beschluss im Mai aus Covestro. Die operativ schwachen Jahreszahlen 2025 sind für verbliebene Anleger zweitrangig.

- XRG hält über 95 Prozent der Covestro-Anteile
- Squeeze-out-Beschluss auf Hauptversammlung im Mai geplant
- Umsatz und EBITDA 2025 deutlich gesunken
- Aktienkurs nahe Jahreshoch durch Übernahmestruktur
Das Kapitel Covestro an der Börse schließt sich endgültig. Nach der Übernahme durch den Ölkonzern ADNOC (via XRG) rücken die operativ schwachen Zahlen für das Jahr 2025 in den Hintergrund. Für die verbliebenen Kleinanleger zählt jetzt vor allem der konkrete Zeitplan für den Zwangsausschluss (Squeeze-out) und die damit verbundene Barabfindung.
Squeeze-out im Mai terminiert
Der neue Haupteigentümer macht ernst: XRG hält inzwischen 95,1 Prozent der Anteile und hat damit die gesetzliche Schwelle für einen Squeeze-out überschritten. Auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 soll der Beschluss gefasst werden, die verbliebenen Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen zu drängen.
Sobald dieser Beschluss ins Handelsregister eingetragen ist, gehen die restlichen Aktien automatisch auf den Großaktionär über. Bereits vor diesem Datum werden die Transparenzpflichten reduziert: Der Widerruf der Zulassung zum streng regulierten Prime Standard wird mit Ablauf des 5. Mai 2026 wirksam. Danach notiert das Papier nur noch im General Standard, was den Verwaltungsaufwand für den Konzern senkt.
Operative Probleme bleiben
Dass der Börsenabschied in eine wirtschaftlich schwierige Phase fällt, zeigen die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres. Der Konzernumsatz sank 2025 um fast 9 Prozent, während das operative Ergebnis (EBITDA) um rund 31 Prozent auf 740 Millionen Euro einbrach. Unter dem Strich steht ein negativer Free Cash Flow.
Die Aktie zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt und notiert mit 60,44 Euro in direkter Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro. Der Kurs wird längst nicht mehr von fundamentalen Kennzahlen, sondern durch die Übernahmestruktur gestützt. Dividendenjäger gehen indes leer aus: Aufgrund der roten Zahlen wird für 2025 keine Ausschüttung vorgenommen.
Auch personell wird der Schnitt vollzogen. Vorstandschef Markus Steilemann wird nach Ende seiner Amtszeit im Mai 2028 nicht weitermachen. Er ist nach dem Finanzvorstand bereits der zweite Top-Manager, der im Zuge der Übernahme seinen Abschied ankündigt.
Für die letzten Minderheitsaktionäre ist die operative Entwicklung damit faktisch irrelevant geworden. Der Fokus liegt nun ausschließlich auf der Höhe der Barabfindung, die noch von einem gerichtlich bestellten Prüfer als „angemessen“ bestätigt werden muss. Bis zur Hauptversammlung im Mai bleibt das Papier im Wesentlichen eine Spekulation auf diesen finalen Abfindungspreis.
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