Cresco Labs Aktie: Delaware-Trick oder Rettung?

Aktionäre stimmen im Oktober über die neue Konzernspitze ab; eine Verfahrenspause bei der DEA belastet die Cannabisbranche.

Die Kernpunkte:
  • Neue Muttergesellschaft in Delaware vorgeschlagen
  • Aktionärsvotum für den 30. Oktober angesetzt
  • DEA-Verfahren zur Neueinstufung vorläufig pausiert
  • Aktie verliert im Handel 9,1 Prozent

Cresco Labs stellt die Weichen für eine veränderte Konzernstruktur und bereitet sich auf einen möglichen Wechsel an eine vorrangige US-Börse vor. Das Unternehmen legte am 24. September die Unterlagen für seine anstehende Aktionärsversammlung vor.

Darin bittet das Management die Anteilseigner um Zustimmung zu einer neuen Muttergesellschaft und einer Verlegung des gesellschaftsrechtlichen Sitzes in den US-Bundesstaat Delaware. Parallel zu diesen organisatorischen Schritten trübten jedoch gestern neue Nachrichten über Verzögerungen bei der US-Regulierung das Marktumfeld ein.

Umstrukturierung für künftiges US-Listing

Der vorgelegte Plan sieht vor, die bisher in der kanadischen Provinz British Columbia angesiedelte Dachgesellschaft durch eine neue Struktur in Delaware zu ersetzen. Bestandteil des Vorhabens ist zudem eine Verlängerung der Frist für das Auslaufen der Mehrstimmrechtsaktien.

Mit dieser gesellschaftsrechtlichen Neuausrichtung will sich Cresco Labs strategisch positionieren, um die formalen Voraussetzungen für eine Notierung an einer großen US-Börse zu schaffen.

Über das gesamte Maßnahmenpaket sollen die Anteilseigner im Rahmen der ordentlichen und außerordentlichen Hauptversammlung am 30. Oktober abstimmen. Neben der neuen Dachgesellschaft stehen dabei auch die damit verbundenen Governance-Änderungen auf der Tagesordnung. Eine Zustimmung gilt als Voraussetzung dafür, die bisherige rechtliche Bindung an Kanada auf Ebene der Konzernspitze abzulösen.

Verfahrenspause bei der Drogenbehörde

Während Cresco Labs an der internen Aufstellung arbeitet, erfuhren die Hoffnungen auf rasche regulatorische Erleichterungen einen Rückschlag. Medienberichten zufolge setzte Derek Julius, leitender Verwaltungsrichter der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA, gestern das Verfahren zur geplanten Neueinstufung von Cannabis vorläufig aus. Hintergrund der Entscheidung war der Antrag von Verfahrensbeteiligten, einen Bericht des Government Accountability Office zu den Akten zu nehmen.

Dieser Schritt verzögert das weitere Voranschreiten hin zu einer offiziellen Empfehlung der Behörde. Für die gesamte Branche bedeutet die Unterbrechung eine Hürde. Die Einstufung auf Bundesebene gilt als wichtige Voraussetzung für den breiteren Zugang zu US-Finanzmärkten.

Zurückhaltung an den Märkten

Die Kombination aus langfristigen Weichenstellungen und kurzfristiger regulatorischer Ernüchterung spiegelte sich unmittelbar im Kursverlauf wider. Im heutigen Handel gab die Aktie um 9,1 Prozent nach. Das Papier notiert aktuell bei 0,5910 Euro. Mit diesem Abschlag summiert sich der Rückgang seit Jahresbeginn auf 41 Prozent.

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