CropEnergies mit Umsatzsteigerung, aber …

Das Mannheimer Unternehmen CropEnergies zählt zu den größten europäischen Herstellern von Bioethanol. Darüber hinaus werden auch Lebens- und Futtermittel aus z. B. Getreide und Zuckerrüben hergestellt.

 

© CropEnergies
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Das letzte Geschäftsjahr 2014/2015, welches am 28. Februar endete, verlief jedoch durchwachsen.

 

CropEnergies knackt Rekord in der Produktion

Zuerst die gute Nachricht. Den Umsatz konnte CropEnergies um 6% gegenüber dem Vorjahr auf 827 Mio. Euro steigern. Belastend wirkten sich jedoch die niedrigen Preise für Bioethanol aus, die auch durch die geringen Rohstoffpreise nicht ausgeglichen werden konnten.

In der Folge sank daher das EBITDA von 68,5 Mio. Euro im Vorjahr auf aktuell 25,2 Mio. Euro. Das operative Ergebnis betrug nach 35 Mio. Euro im Jahr zuvor nun -11 Mio. Euro. Zu diesen Ergebnissen trug auch die temporäre Stilllegung einer Produktionsanlage in Großbritannien bei. Daraus entstandene einmalige Aufwendungen schlugen mit 37 Mio. zu Buche.

Da half es unter dem Strich auch nicht, dass CropEnergies die Produktion im vergangenen Geschäftsjahr auf erstmals 1 Mio. m3 steigern konnte. Insgesamt wurden1,05 Mio. m3 Bioethanol produziert.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern trotz der niedrigen Preise für Bioethanol eine Stabilisierung der Ertragslage. Eingeleitete Maßnahmen zur Kostensenkung und auch die Erweiterung der Produktpalette sollen sich hier positiv auswirken. Dazu wurde u. a. Anfang dieses Jahres in Zeitz eine Anlage zur Herstellung von hochreinem Naturalkohol in Betrieb genommen.

 

Volatile Bioethanolpreise belasten CropEnergies

CropEnergies sieht es aufgrund der volatilen Bioethanolpreise – auch wenn diese zuletzt wieder anstiegen – als schwierig an, eine zuverlässige Prognose abzugeben. So fallen die Angaben hierzu auch in einer recht großen Spannbreite aus.

Insgesamt erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 625 bis 675 Mio. Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA soll zwischen 15 bis 45 Mio. Euro liegen und für das operative Ergebnis nach Abschreibungen wird ein Wert zwischen -20 bis 10 Mio. Euro erwartet. Dazu kommt, dass für den Zeitraum, in der die Anlage in Großbritannien weiterhin nicht genutzt wird, ein Sonderaufwand von jährlich bis zu 15 Mio. Euro erwartet wird.

Hoffnungen setzt CropEnergies hierbei auf das Europäische Parlament. Dieses hatte Anfang April einem Kompromissvorschlag zur Anpassung der Richtlinie für erneuerbare Energien zugestimmt. So sollen verlässlichere Rahmenbedingungen geschaffen werden, die auch positiv auf den Verkehrssektor wirken sollen.

Dadurch erwarte CropEnergies wieder mittelfristige Wachstumsimpulse. Bisher erfreute sich der Kraftstoff E10 jedoch nicht gerade besonderer Beliebtheit bei den Kunden. Wir sind eher skeptisch, dass in Bezug auf E10 hier eine Wende herbeigeführt werden kann.

 

Aktie von CropEnergies kommt nicht aus dem Knick

Auf die Südzucker-Tochter warten jede Menge Aufgaben. Ob diese durch den neuen Vorstand, nachdem Marten Keil Ende April seinen Hut nahm, jedoch schnell und dazu positiv erledigt werden, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Anleger hinsichtlich der Hoffnung auf eine Dividenden-Zahlung in die Röhre gucken werden. Denn diese wurde gestrichen.

Der Blick auf den Chart macht auch nicht wirklich glücklich. Seit Juli letzten Jahres setzt die Aktie von CropEnergies ihren Abwärtstrend kontinuierlich fort. Daran ändern auch im Gesamtbild gesehen kurze Ausflüge nach Norden hin nichts.

150520 CropEnergies

Nachdem die Aktie im Februar 50% ihres Wertes gegenüber dem Hoch vom letzten Jahr eingebüßt hatte, ging es zwar wieder etwas nach oben. Aus der anhaltenden Seitwärtsbewegung kann sich der Wert jedoch nicht befreien und die gemeldeten Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr stimmen da auch nicht wirklich positiv.

Wir sehen CropEnergies eher mit gemischten Gefühlen. Wer hier noch engagiert ist, sollte genau abwägen. Entweder einige Verluste riskieren oder aber sehr viel Zeit mitbringen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, wir neigen eher dazu, zu verkaufen.

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