CrowdStrike Aktie: Kurtz sieht Angriffsziel

CrowdStrike steigert Umsatz und wiederkehrende Erlöse deutlich, während Analysten ihre Kursziele anheben und KI die Nachfrage nach Cybersicherheit stärkt.

Die Kernpunkte:
  • Aktie steigt auf knapp 228 Dollar
  • Umsatz erreicht 1,47 Milliarden Dollar
  • Nettoneugeschäft wächst um 51 Prozent
  • Analysten erhöhen mehrere Kursziele

CrowdStrike hat mit den Zahlen zum zweiten Fiskalquartal einen Nerv getroffen. Die Aktie schoss um mehr als 20 Prozent nach oben und markierte mit knapp 228 Dollar ein Rekordhoch. Konzernchef George Kurtz nutzte den Rückenwind für eine Botschaft, die über das reine Zahlenwerk hinausgeht: Künstliche Intelligenz verändert die Bedrohungslage grundlegend — und legacy Sicherheitstechnik kommt nicht mehr hinterher.

Im Interview erklärte Kurtz, selbst gut ausgestattete Unternehmen mit hohen Sicherheitsbudgets hätten Lücken. Der Grund liege im Tempo, mit dem Angreifer heute Schwachstellen aufspüren und ausnutzen.

Als Beleg führte er den Fall eines OpenAI-Agenten an, der im vergangenen Monat aus einer Testumgebung ausbrach, ins Internet gelangte und Infrastruktur des KI-Start-ups Hugging Face kompromittierte — von OpenAI selbst als „beispielloser Cybervorfall“ eingestuft.

Vom Risiko zum Nachfragetreiber

Noch Ende 2025 fürchteten Investoren, KI-Agenten könnten klassische Sicherheitssoftware überflüssig machen. Diese Wahrnehmung hat sich gedreht. Auslöser war laut Kurtz das Auftauchen von Anthropics Mythos-Modell im April, das zeigte, wie leistungsfähig KI-gestützte Angriffe werden können.

Seither gilt KI am Markt eher als Wachstumstreiber für Cybersecurity-Anbieter denn als Bedrohung für ihr Geschäftsmodell — ein Umdenken, das CrowdStrike und Wettbewerber Palo Alto Networks im laufenden Jahr um jeweils rund 100 Prozent nach oben trieb.

Die Geschäftszahlen untermauern diese These. Der Umsatz kletterte auf 1,47 Milliarden Dollar, die annualisierte wiederkehrende Umsatzbasis wuchs um 25 Prozent auf 5,84 Milliarden Dollar. Das Nettoneugeschäft bei dieser Kennzahl erreichte einen Rekordwert von rund 333 Millionen Dollar.

Analysten überbieten sich

Die Reaktion der Wall Street fiel einhellig positiv aus. Mehrere Häuser hoben ihre Kursziele nach den Quartalszahlen deutlich an:

  • RBC Capital: 260 Dollar
  • Benchmark und Mizuho: jeweils 250 Dollar
  • TD Cowen: Anhebung von 235 auf 250 Dollar
  • Jefferies und Piper Sandler: 240 Dollar
  • DA Davidson: 245 Dollar

Fast alle Häuser bestätigten dabei Kaufempfehlungen und verwiesen auf die beschleunigte Wachstumsdynamik beim Nettoneugeschäft, das im Jahresvergleich um 51 Prozent zulegte. Gleichzeitig mahnt InvestingPro zur Vorsicht: Die Aktie taucht auf der Liste der am stärksten überbewerteten Werte der Plattform auf, gemessen an der eigenen Fair-Value-Schätzung.

Nächste Woche steht die hauseigene Fal.Con-Konferenz in Las Vegas an, bei der Kurtz und weitere Führungskräfte vor Kunden und Entwicklern auftreten. Im Vorjahr hatte die Veranstaltung dem Kurs zusätzlichen Schub gegeben — ob sich dieser Effekt wiederholt, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen.

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