CrowdStrike Aktie: Vom Ausfall zum Split
CrowdStrike vollzieht ersten Aktiensplit nach Erholung vom IT-Ausfall 2024. Kundenbindung bleibt trotz Reputationsschaden hoch.

- Erster Aktiensplit der Firmengeschichte
- Vier neue Aktien pro Altaktie
- Kurserholung nach IT-Desaster 2024
- Kundenbindung bleibt bei 97 Prozent
Wer heute ins Depot schaut, findet plötzlich viermal so viele CrowdStrike-Aktien wie gestern — und trotzdem keinen müden Cent mehr Vermögen. Der Cybersicherheitskonzern hat erstmals in seiner Geschichte einen Aktiensplit vollzogen. Der Handel auf splitbereinigter Basis läuft seit heute an der NASDAQ.
Das Prinzip ist einfach: Jede Aktie wird im Verhältnis vier zu eins geteilt. Wer das Papier zum Stichtag 25. Juni hielt, bekam nach Börsenschluss am 1. Juli drei zusätzliche Anteile gutgeschrieben. Aus dem Schlusskurs von 772,74 US-Dollar wird damit rechnerisch ein Kurs von rund 193 US-Dollar je Aktie. Am Depotwert ändert sich nichts, auch die Gewichtung in Indizes bleibt unberührt, da dort der Börsenwert zählt.
Ein Split als Beleg für die Erholung
Der Split kommt nicht zufällig jetzt. Er markiert das vorläufige Ende einer Aufholjagd, die vor fast zwei Jahren mit einem der größten IT-Ausfälle der Geschichte begann. Im Juli 2024 verteilte CrowdStrike ein fehlerhaftes Update seiner Falcon-Software, das rund 8,5 Millionen Windows-Rechner lahmlegte und Flugverkehr, Banken sowie Kliniken weltweit traf. Die Aktie brach von 343 US-Dollar auf ein Tief von 218 US-Dollar ein — ein Einschnitt von mehr als einem Drittel des Börsenwerts.
Von diesem Tiefpunkt aus lief der Kurs deutlich nach oben und legte allein im laufenden Jahr rund 49,6 Prozent zu. Erst dieser Anstieg schuf die Ausgangslage, in der ein Split überhaupt sinnvoll wurde.
Kunden blieben trotz des Ausfalls
Hinter der Kursrallye steckt ein Geschäft, das den Reputationsschaden erstaunlich gut verkraftet hat. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das Ende April 2026 abschloss, stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 1,39 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen. Für das Gesamtjahr rechnet das Management nun mit Erlösen zwischen 5,91 und 5,96 Milliarden US-Dollar.
Konkurrenten versuchten nach dem Ausfall, CrowdStrike Kunden abzuwerben — mit wenig Erfolg. Die Bruttokundenbindung lag im Quartal direkt nach dem Vorfall bei 97 Prozent und hält dieses Niveau bis heute. Für ein Abogeschäft ist das der entscheidende Beweis: Die Kunden sind geblieben, und die wiederkehrenden Umsätze wuchsen zuletzt um 24 Prozent auf 5,51 Milliarden US-Dollar.
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