CSG Aktie: 14-Prozent-Paket bei Pirelli

Tschechischer Rüstungsinvestor verhandelt über 14-Prozent-Anteil am Reifenhersteller. Deal würde Machtgefüge in Mailand verändern.

Die Kernpunkte:
  • Verhandlungen über 14-Prozent-Paket
  • Kaufvolumen von rund einer Milliarde Euro
  • Mehr europäische Kontrolle angestrebt
  • Pirelli-Aktie reagiert mit Kursplus

Der tschechische Rüstungsmilliardär Michal Strnad wagt einen Schritt abseits seines Kerngeschäfts. Der Mehrheitseigentümer der Czechoslovak Group (CSG) verhandelt über den Einstieg beim italienischen Reifenhersteller Pirelli. Ein Erfolg verschiebt die Machtverhältnisse in Mailand massiv.

Konkret geht es um ein 14-Prozent-Paket. Strnad spricht dafür mit dem staatlichen chinesischen Konzern Sinochem. Ein Deal hätte ein Volumen von gut einer Milliarde Euro. Sinochem würde danach nur noch rund 20 Prozent an Pirelli halten.

Politische Entspannung

Die italienische Regierung nutzt bei Pirelli bereits ihre speziellen Vetorechte. Rom schränkt den Einfluss von Sinochem im Verwaltungsrat strikt ein. Ein europäischer Investor wie Strnad kommt da genau richtig. Das Ziel: mehr europäische Kontrolle.

Eine finale Einigung steht allerdings noch aus. Zuerst muss die chinesische Aufsichtsbehörde für Staatsunternehmen grünes Licht geben. Erste Details zum Kaufpreis stehen laut Insidern bereits fest. Ein Abschluss könnte frühestens Ende Juli erfolgen. Der anfangs involvierte Energie-Milliardär Pavel Tykac ist indes ausgeschieden.

Rüstungskonzern im Hintergrund

Strnad finanziert den Vorstoß aus einer Position der Stärke. Er kontrolliert rund 85 Prozent der in Amsterdam gelisteten CSG. Der reine Rüstungskonzern ging erst Anfang des Jahres an die Börse. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 14 Milliarden Euro.

Die Finanzmärkte reagieren sensibel auf die Pläne. Pirelli-Aktien sprangen in Mailand kurzzeitig um gut vier Prozent an. Die CSG-Aktie beendete den Freitagshandel bei 14,59 Euro. Das bedeutet ein starkes Wochenplus von gut elf Prozent.

Dennoch bleibt das Rüstungspapier unter Druck. Der Kurs notiert fast 60 Prozent unter dem Rekordhoch vom Januar. Mit einer Volatilität von fast 56 Prozent zeigt der Wert anhaltend starke Schwankungen.

Ein erfolgreicher Deal diversifiziert Strnads privates Anlageportfolio massiv. Parallel dazu baut die CSG ihr militärisches Kerngeschäft in den USA und Europa weiter aus. Ein bindender Vertrag erfordert jetzt zwingend die Zustimmung aus Peking. Liegt diese vor, könnte die Unterschrift noch im Juli erfolgen.

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