CSG Aktie: 35 Millionen Schuss bis 2033

CSG-Tochter Federal Ammunition liefert bis 2033 bis zu 35 Millionen Schuss an fünf nordische Polizeibehörden. Der Aktienkurs fällt trotz Auftragsflut und starker Halbjahreszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Siebenjahresvertrag mit Nordischen Polizeien
  • Bis zu 35 Millionen Schuss Munition
  • Kurs fällt trotz Auftragsflut
  • Umsatzplus von 17,2 Prozent im Halbjahr

CSG-Tochter Federal Ammunition hat einen siebenjährigen Rahmenvertrag mit den Polizeibehörden Schwedens, Norwegens, Dänemarks, Finnlands und Islands unterzeichnet. Bis 2033 liefert das Unternehmen Dienstmunition im Kaliber .223 Remington sowie schadstoffreduzierte Trainingspatronen, insgesamt bis zu 35 Millionen Schuss.

Die Nachricht wurde am Donnerstag bekannt, konnte den Kurs aber nicht stützen: Die Aktie schloss mit einem Minus von 3,2 Prozent bei 18,89 Euro, belastet von einer insgesamt schwachen Marktstimmung.

Auftragsflut trifft auf Kursschwäche

Der Nordic-Police-Vertrag reiht sich in eine dichte Folge von Geschäftsabschlüssen ein. Erst am Vortag hatte CSG bekanntgegeben, mit dem polnischen Rüstungskonzern Huta Stalowa Wola drei Aufträge über zusammen mehr als 150 Millionen Euro Bruttowert eingefahren zu haben – für mehrere Hundert Fahrgestelle der Baureihen 4×4 und 6×6, die bis 2029 in die Produktion der Fahrzeuge Waran und Heron fließen. Damit bestätigt sich, wie breit das Unternehmen mittlerweile aufgestellt ist: Munition, Fahrzeugkomponenten und – über die vor rund zwei Wochen vollzogene Minderheitsbeteiligung an North Vector Dynamics – nun auch Antriebstechnik für unbemannte Systeme gehören zum Portfolio.

Dass der Kurs trotz dieser Nachrichtenlage nachgab, liegt nach Einschätzung von Marktbeobachtern weniger am Unternehmen selbst als an der allgemeinen Risikoaversion an den Börsen. Auf Wochensicht steht bei CSG dennoch ein Rückgang von 4,1 Prozent zu Buche.

Zur Einordnung: Auf Sicht von 30 Tagen liegt die Aktie weiterhin 17 Prozent im Plus, und mit 18,89 Euro notiert sie noch immer rund 21 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 15,66 Euro. Der jüngste Rücksetzer relativiert damit die deutliche Erholung der vergangenen Wochen, ohne sie infrage zu stellen.

Fundament bleibt intakt

Die operative Basis für das Wachstum hatte CSG Anfang August mit den Zahlen zum ersten Halbjahr geliefert: Der Umsatz kletterte um 17,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, das operative EBIT stieg um 13 Prozent auf 784 Millionen Euro bei einer Marge von 24,1 Prozent.

Der gesamte Auftragsbestand erreichte 17 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen seine Prognose einer Umsatzspanne von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro bei einer operativen EBIT-Marge zwischen 24 und 25 Prozent.

Die Analystenmeinungen zu diesen Zahlen gingen Mitte August auseinander. Berenberg hob am 12. August seine Gewinnschätzungen nach den starken Halbjahreszahlen an, senkte zugleich aber das Kursziel.

Tags zuvor hatten Barclays und RBC Capital Markets ihre Coverage aufgenommen – Barclays mit einem „Underweight“-Rating, RBC mit „Sector Perform“ und Verweis auf ein günstiges Marktumfeld für Munitionshersteller. Die unterschiedlichen Einschätzungen zeigen, dass die hohe Bewertung der Aktie unter Analysten durchaus umstritten bleibt.

Auch geschäftlich ging es zuletzt in mehreren Sparten voran: Am 11. August hatte CSG mit dem polnischen Unternehmen Dezamet, einer Tochter der Polska Grupa Zbrojeniowa, einen Vertrag über mehr als 100 Millionen Euro für pyrotechnische Komponenten und Baugruppen für 155-mm-Artilleriemunition geschlossen.

In Summe verdichten die jüngsten Wochen das Bild eines Unternehmens mit voller Auftragspipeline über mehrere Geschäftsbereiche hinweg – der Kursrückgang vom Donnerstag spiegelt somit eher Marktnervosität als eine veränderte Geschäftsdynamik wider. Anleger richten den Blick nun auf den nächsten Quartalsbericht, der für den 11. November angesetzt ist.

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