CSG Aktie: 48 Prozent unter Rekordhoch

CSG steigert Umsatz und Ergebnis im Halbjahr, bestätigt die Jahresziele und gewinnt neue Aufträge, während die Aktie stark schwankt.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert seit Januar deutlich
  • Halbjahresumsatz wächst um 17,2 Prozent
  • Land Systems verdoppelt seinen Umsatz
  • Neue polnische Aufträge über 250 Millionen Euro

Die Aktie des tschechischen Rüstungskonzerns CSG N.V. zeigt sich in diesen Wochen ungewöhnlich nervös. Am Freitag verlor das Papier 2,3 Prozent und schloss bei 18,68 Euro. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Plus von 2,2 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar ein Zuwachs von 12 Prozent.

Diese Gegensätzlichkeit ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer Aktie, die seit ihrem Rekordhoch von 36,05 Euro Ende Januar rund 48 Prozent verloren hat und seither in extremen Bahnen schwankt.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 59 Prozent – ein Wert, der CSG in die Riga der besonders schwankungsanfälligen Rüstungswerte einordnet. Vom 52-Wochen-Tief bei 12,20 Euro, erreicht Ende Juni, hat sich die Aktie zwar um 53 Prozent erholt. Der Relative-Stärke-Index von 55,6 signalisiert dabei weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustände, sondern eine Marktlage im Gleichgewicht – trotz der jüngsten Verluste zum Wochenschluss.

Operatives Geschäft läuft gegen den Kurstrend

Die fundamentale Ausgangslage des Konzerns passt eigentlich nicht zu dieser Kursschwäche. Vor gut drei Wochen hatte CSG seine Halbjahreszahlen vorgelegt: Der Umsatz kletterte um 17,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis stieg um 13 Prozent auf 784 Millionen Euro bei einer stabilen Marge von 24,1 Prozent.

Das Management bestätigte damals die Jahresprognose von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro Umsatz und einer Marge zwischen 24 und 25 Prozent, verbunden mit der Aussicht auf eine Freisetzung von 1,5 Milliarden Euro Working Capital im zweiten Halbjahr.

Besonders die Sparte Land Systems trieb das Wachstum: Ihr Umsatz verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 445 Millionen Euro und macht inzwischen 46 Prozent des auf 17 Milliarden Euro angewachsenen Auftragsbestands aus.

Bemerkenswert ist zudem die Verschiebung der geografischen Basis – der Anteil des Ukraine-Geschäfts am Umsatz sank von 27 auf 17 Prozent, während NATO-Märkte an Bedeutung gewannen. CSG diversifiziert sich damit weg von der Abhängigkeit vom Kriegsgeschehen hin zu regulären Verteidigungsbudgets westlicher Staaten.

Auch die Auftragslage in den vergangenen Wochen blieb robust. Mitte August sicherte sich CSG einen Auftrag über 150 Millionen Euro für Fahrgestelle polnischer taktischer Fahrzeuge, wenige Tage zuvor war ein Vertrag über 100 Millionen Euro mit dem polnischen Munitionshersteller Dezamet für Komponenten von 155-Millimeter-Geschossen unterzeichnet worden.

Analysten sahen zuletzt noch Kurspotenzial

Die Reaktion der Analysten fiel Mitte August gemischt aus. Berenberg bekräftigte am 12. August seine Kaufempfehlung für CSG. RBC Capital nahm die Coverage am 11. August dagegen mit einem „Sector Perform“ auf – einer neutralen Einstufung, die auf eine abwartende Haltung des Hauses hindeutet, während andere Häuser das operative Momentum offensiver bewerteten.

Für Anleger bleibt die Diskrepanz zwischen starker operativer Entwicklung und volatilem Kursverlauf das zentrale Bild dieser Aktie. Ein konkreter Auslöser für den jüngsten Rückgang am Freitag lässt sich aus der Nachrichtenlage nicht ableiten – die zuletzt bekannt gewordenen Fakten zu Aufträgen und Zahlen sprechen eher für als gegen das Geschäftsmodell. Die hohe Schwankungsbreite dürfte daher eher Ausdruck allgemeiner Risikoneubewertung im Rüstungssektor sein als einer unternehmensspezifischen Sorge.

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