CSG Aktie: 4,87 Prozent Sprung auf 14,78 Euro

Die Aktie der Czechoslovak Group legt nach Ankündigung neuer US-Werke für Drohnenantriebe und Artilleriemunition deutlich zu.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von knapp fünf Prozent
  • Neues Werk für Drohnenantriebe in Wisconsin
  • Munitionsfabrik in Iowa im Bau
  • US-Expansion über klassische Rüstung hinaus

Czechoslovak Group baut in den USA kräftig aus. Die Aktie des Rüstungs- und Industriekonzerns reagiert darauf mit einem deutlichen Kurssprung.

Das Papier stieg um 4,87 Prozent und schloss bei 14,78 Euro. Über die vergangene Woche summiert sich der Anstieg auf gut 8 Prozent. Grund ist die jüngste Serie von US-Produktionsankündigungen im Bereich unbemannter Systeme.

Turbinenwerk in Wisconsin als jüngster Baustein

CSG will in Wisconsin eine Serienfertigung für Strahltriebwerke aufbauen. Die Triebwerke sind für Drohnen, unbemannte Systeme und ähnliche Anwendungen gedacht.

Die Produktion übernimmt Firecrest Aerospace, ein neues Gemeinschaftsunternehmen von CSE USA und AviaNera Technologies. Beide Firmen gehören zu CSG. Am Standort Stevens Point sollen Turbojet- und Turbofan-Triebwerke für unbemannte Luftfahrzeuge, Präzisionsverteidigungssysteme und Loitering Munitions entstehen.

CEO und Verwaltungsratschef Michal Strnad ordnet den Schritt strategisch ein. AviaNera bestätige den Anspruch, „ein bedeutender internationaler Akteur bei Technologien für unbemannte Plattformen zu werden“ – Firecrest Aerospace sei dafür ein wichtiger Baustein. CSE-USA-Chef Paul Lemke betont die Kombination aus schnellem Projektstart und langfristiger Wachstumsstrategie, um „die sich wandelnden Bedürfnisse von US-Kunden und Verbündeten zu unterstützen“.

Das Investitionsvolumen liegt zunächst bei bis zu 15 Millionen US-Dollar. CSG plant das Projekt in Phasen: Zuerst stehen Montage, Integration und Tests für US-Kunden im Fokus. Danach folgt der Ausbau zur vollständigen Serienfertigung samt weiterer Produktentwicklung.

Munitionswerk in Iowa ergänzt das Bild

Die Wisconsin-Ankündigung folgt auf einen anderen Meilenstein. Erst in diesem Monat startete CSG über seine US-Tochter MSM North America den Bau des Future Artillery Complex am Standort Iowa Army Ammunition Plant.

Grundlage ist ein US-Armee-Auftrag aus dem Jahr 2025 mit einem Volumen von bis zu 632 Millionen US-Dollar. Die neue Anlage soll monatlich bis zu 36.000 geladene 155-mm-Artilleriegeschosse produzieren und gilt als modernste Anlage ihrer Art weltweit. Der Betriebsstart ist für 2029 geplant.

Beide Projekte zusammen zeigen die Richtung: CSG diversifiziert seine US-Fertigung über die klassische Munitionssparte hinaus in Richtung Antriebstechnik für unbemannte Systeme. Der Konzern beschäftigt in den USA bereits mehr als 4.000 Mitarbeiter, vor allem über The Kinetic Group, einen der größten US-Hersteller von Kleinkalibermunition.

Kurs bleibt weit unter dem Rekordhoch

Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie noch 59 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 36,05 Euro, erreicht kurz nach dem Börsengang in Amsterdam Ende Januar. Zum 52-Wochen-Tief von 12,20 Euro aus Ende Juni beträgt der Abstand gut 21 Prozent.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 54 Prozent zeigt: Der Titel bleibt schwankungsanfällig. Ein RSI-Wert von 54 signalisiert, dass die Erholung noch nicht in überkaufte Bereiche vorgestoßen ist.

Vertikale Integration als Wachstumshebel

CSG expandiert seit dem Börsengang aggressiv in beiden Kernsegmenten – Munition und unbemannte Systeme. Firecrest Aerospace baut auf der AviaNera-Plattform auf, die der Konzern als zentral für seine Antriebstechnik-Strategie beschreibt.

Die neue Fertigung in Stevens Point soll Teil eines internationalen AviaNera-Netzwerks werden. Es verbindet Forschung und Entwicklung in Serbien mit Produktionsstandorten in weiteren Schlüsselmärkten wie Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Nach einem volatilen ersten Handelsjahr in Amsterdam, das den Kurs zeitweise deutlich unter den Ausgabepreis drückte, könnte die Serie an US-Ankündigungen nun zum Test werden. Ob sich daraus eine nachhaltige Erholung entwickelt, hängt davon ab, wie schnell CSG die angekündigten Kapazitäten tatsächlich in Umsatz umsetzt.

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