CSG Aktie: Ben Hudson übernimmt Land Systems

Rüstungskonzern CSG holt Top-Manager der Konkurrenz, um operative Herausforderungen zu meistern und den Aktienkurs zu stabilisieren.

Die Kernpunkte:
  • Neue Führungskräfte von Rheinmetall und Co.
  • US-Geschäft als zentraler Wachstumsfokus
  • Aktie verliert trotz voller Auftragsbücher
  • Hohe Verschuldung belastet die Bilanz

Starke Auftragslage, schwache Kurse. Bei CSG klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Rüstungskonzern reagiert nun mit einer massiven Personaloffensive. Top-Manager der weltweiten Konkurrenz sollen das Ruder herumreißen.

Der Konzern bedient sich direkt bei der Branchenelite. Neue Führungskräfte kommen von Rheinmetall, Northrop Grumman, BAE Systems und General Dynamics. Ben Hudson übernimmt die Leitung der Sparte Land Systems. Er fungiert obendrein als neuer Technikchef. Zuvor war er unter anderem für Rheinmetall tätig.

Parallel dazu stärkt CSG das wichtige US-Geschäft. David Jacobs leitet künftig das Nordamerika-Segment. Er bringt 15 Jahre Branchenerfahrung mit. Das US-Geschäft gilt als zentraler Wachstumstreiber. Dort baut die Tochter MSM North America aktuell einen riesigen Artilleriekomplex für die US Army.

Aktie unter Druck

An der Börse verpufft die personelle Aufbruchstimmung bisher. Die CSG-Aktie schloss am Dienstag bei 12,89 Euro. Damit verlor das Papier innerhalb von 30 Tagen fast ein Viertel seines Wertes. Vom 52-Wochen-Hoch ist der Kurs mittlerweile über 64 Prozent entfernt.

Der Abwärtstrend ist massiv. Die Aktie notiert weit unter der 50-Tage-Linie von 16,37 Euro. Ein RSI-Wert von 32,7 signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Das Papier kratzt gefährlich nah am Jahrestief.

Die Skepsis der Anleger hat handfeste Gründe. Der Markt fordert nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Jahre nun sichtbare operative Erfolge bei der Abwicklung der Projekte.

Volle Bücher, hohe Schulden

Dabei lesen sich die jüngsten Quartalszahlen durchaus positiv. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um knapp 14 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg auf 372 Millionen Euro.

Ein massiver Auftragsbestand stützt die mittelfristigen Ziele. Die Bücher sind mit Bestellungen im Wert von 17 Milliarden Euro gefüllt. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Jahresende.

Das Problem liegt auf der Kostenseite. CSG meldete zuletzt eine Nettoverschuldung von 2,23 Milliarden Euro. Hohe Investitionen in Lagerbestände und Lieferantenverpflichtungen binden enorm viel Kapital. Das Nettoumlaufvermögen liegt bei knapp 2,2 Milliarden Euro.

Hier muss das neue Management ansetzen. Die Investoren bewerten CSG längst nicht mehr nur nach Auftragseingängen und dem allgemeinen Rüstungsboom. Die neue Führungsriege muss beweisen, dass sie das enorme Auftragsvolumen in verlässliche Gewinne ummünzen kann. Gelingt es nicht, den Cashflow zu stabilisieren, dürfte der Druck auf die Aktie weiter anhalten.

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