CSG Aktie: Drohnenabwehr-Wette?

Der Rüstungskonzern arbeitet mit zwei US-Unternehmen an einem wiederverwendbaren Abfangsystem und will seine Präsenz in Nordamerika ausbauen.

Die Kernpunkte:
  • Federal Ammunition beteiligt sich an SwarmShot
  • Autonomes Abfangsystem mit US-Partnern in Entwicklung
  • CSG zeigt Militärfahrzeuge auf der AUSA
  • Bank of America bewertet Aktie mit Underperform

Am Donnerstag ist CSG über die Tochtergesellschaft Federal Ammunition in die Entwicklung des autonomen Drohnenabwehrsystems SwarmShot eingestiegen. Gemeinsam mit den US-Partnern O.F. Mossberg & Sons sowie Palladyne AI arbeitet der Rüstungskonzern an dem wiederverwendbaren, luftgestützten Abfangsystem.

Die Kooperation fällt zeitlich mit der ersten Teilnahme des Unternehmens an der renommierten Branchenmesse AUSA in Washington zusammen, die am 12. Oktober beginnt.

Drohnenabwehr im Fokus

Weder ein Zeitplan noch finanzielle Details der Vereinbarung wurden bekannt gegeben. Medienberichten zufolge verbindet das geplante SwarmShot-System spezialisierte Schrotmunition und ein leichtes Waffenmodul mit autonomer Flugsteuerung. CSG adressiert damit die weltweit stark steigende Nachfrage nach kosteneffizienten Lösungen gegen unbemannte Flugobjekte.

Auf der Leistungsschau der Vereinigung der US-Armee vom 12. bis 14. Oktober stellt der Konzern Exponate aus den Sparten CSG Defence Systems und CSG Ammo+ aus. Gezeigt werden unter anderem Tatra-Force-Militärfahrzeuge. Zwar war die Ankündigung der Messepräsenz noch nicht mit neuen Festaufträgen verknüpft, sie unterstreicht jedoch die Absicht des europäischen Konzerns, seine Präsenz auf dem nordamerikanischen Verteidigungsmarkt auszubauen.

Skepsis bezüglich Munitionsmargen

Die Ausweitung auf neue Technologiebereiche trifft auf ein verändertes Marktumfeld. Analyst David Holmes von Bank of America stufte die Aktie am 1. Oktober mit „Underperform“ und einem Kursziel von 13 Euro ein.

Das Institut begründete die vorsichtige Haltung damit, dass die Munitionsmargen von CSG von zuletzt über 30 Prozent kaum dauerhaft haltbar seien, wenn europäische Produktionskapazitäten hochfahren und die Nachfrage sich vom akuten Kriegsbedarf auf die Lagerbevorratung verlagert.

Zwar konnte sich der Konzern vor rund zwei Wochen über TATRA DEFENCE SYSTEMS als Hauptauftragnehmer ein lettisches Rüstungsprojekt für MORANA-Artillerie und Raketenwerfer im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich sichern, der Kurs stand zuletzt dennoch unter Druck.

Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 14,06 Euro. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 36,05 Euro verzeichnet der Titel damit einen Rückstand von 61 Prozent. Ob die technologischen Initiativen in den USA die Wachstumsfantasie wieder neu entfachen können, müssen künftige Vertragsabschlüsse zeigen.

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