CSG Aktie: Strnad greift nach Pirelli-Anteil

CSG-Eigentümer Strnad verhandelt mit Sinochem über Pirelli-Anteil. Parallel startet der Rüstungskonzern eine neue US-Sparte.

Die Kernpunkte:
  • Strnad strebt Pirelli-Beteiligung an
  • Gemeinsamer Kauf mit Milliardär Tykac
  • Neue US-Sparte für Landsysteme
  • CSG-Aktie erholt sich nach Talfahrt

Michal Strnad hat genug vom reinen Rüstungsgeschäft. Der Eigentümer und CEO der Czechoslovak Group (CSG) sucht offenbar den Einstieg in die italienische Industrie — und zwar beim Reifenhersteller Pirelli.

Gespräche mit Sinochem

Berichten vom 3. Juli 2026 zufolge hat Strnad Kontakt zum chinesischen Konzern Sinochem aufgenommen. Es geht um einen möglichen Anteilskauf bei Pirelli. Strnad soll dabei gemeinsam mit dem tschechischen Milliardär Pavel Tykac agieren. Die beiden wollen zwischen 10 und 20 Prozent der italienischen Firma übernehmen.

Sinochem hält aktuell rund 34,1 Prozent an Pirelli. Die Gespräche laufen noch, ein Abschluss ist keineswegs sicher. Der Vorstoß zeigt aber, wie offensiv die CSG-Führung investiert. Strnad kontrolliert etwa 85 Prozent von CSG und nutzt den Rückenwind aus dem europäischen Aufrüstungszyklus offenbar für neue Wetten außerhalb der Rüstungsbranche.

Neue Sparte in den USA

Parallel zu den Pirelli-Gesprächen baut CSG sein Nordamerika-Geschäft aus. Am 1. Juli startete offiziell die neue Sparte CSG Land Systems North America. Das Ziel: Der Konzern will seine Präsenz im US-Verteidigungsmarkt festigen.

Jason Monahan, ein erfahrener Manager aus der US-Rüstungsindustrie, übernimmt die Präsidentschaft der neuen Einheit. Der Schritt folgt auf die erfolgreiche Integration der Kinetic Group. CSG positioniert sich damit als langfristiger Partner beim Aufbau der US-Industriebasis für Landsysteme. Rückhalt gibt der Auftragsbestand von schätzungsweise 15 Milliarden Euro.

Erholung nach turbulenter Woche

Die CSG-Aktie schloss am Freitag bei 14,59 Euro, ein minimales Minus von 0,05 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein deutliches Plus von 14,45 Prozent zu Buche. Erst am 26. Juni war das Papier auf ein 52-Wochen-Tief von 12,20 Euro gefallen.

Der gesamte Rüstungssektor geriet diese Woche unter Druck. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS verschob am 2. Juli seinen geplanten Börsengang. Als Gründe nannte KNDS ungünstige Marktbedingungen sowie die jüngsten Kursverluste bei Branchengrößen wie Rheinmetall und CSG. Von seinem Jahreshoch bei 36,05 Euro aus dem Januar liegt CSG noch immer 59,53 Prozent entfernt.

Charttechnik zeigt Stabilisierung

Auf Monatssicht steht bei CSG ein Minus von 6,34 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 48,9 — weder überkauft noch überverkauft. Das deutet auf eine Beruhigung nach den heftigen Ausschlägen der vergangenen Wochen hin. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit 55,9 Prozent trotzdem hoch.

Investoren richten den Blick nun auf den 7. August. Dann legt CSG seine Halbjahreszahlen vor. Der Bericht dürfte zeigen, wie schnell der Konzern seinen milliardenschweren Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz umsetzen kann.

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