CSG Aktie: Über-100-Millionen-Euro-Vertrag mit Dezamet
CSG liefert über seine polnische Tochter Zünderteile für 155-mm-Geschosse an Dezamet. Der Vertrag stärkt die Rolle des Unternehmens in der europäischen Rüstungsproduktion.

- Vertrag mit Dezamet über 100 Mio. Euro
- Lieferung von Zünderkomponenten für Artillerie
- Eingliederung in polnisches Rüstungsprogramm
- Aktie notiert nahe Analystenkursziel
CSG hat über seine polnische Tochtergesellschaft CSG Polska eine Vereinbarung mit dem Rüstungskonzern Dezamet unterzeichnet. Das Volumen liegt bei mehr als 100 Millionen Euro. Geliefert werden pyrotechnische Komponenten und Baugruppen für Zünder von 155-mm-Artilleriegeschossen. Der Vertrag wurde bereits am 24. Juli geschlossen, öffentlich bekannt wurde er erst heute.
Munition für die Krab-Haubitze
Dezamet ist eine Tochtergesellschaft der staatlichen polnischen Rüstungsgruppe PGZ. Die Lieferungen von CSG Polska sollen die Serienproduktion von Munition für die Krab-Haubitze ermöglichen, ein Artilleriesystem, das in der polnischen Armee im Einsatz ist. Beide Unternehmen verweisen auf eine langjährige Zusammenarbeit, in deren Rahmen bereits Technologietransfer stattgefunden hat.
Der aktuelle Auftrag ordnet sich in einen größeren Rahmenvertrag zwischen PGZ-Amunicja und polnischen Zulieferern ein, der ein Volumen von rund 11 Milliarden Zloty für den Zeitraum 2024 bis 2029 umfasst. Ende Mai wurde zudem ein weiteres Programm mit einem Volumen von mehr als 13,5 Milliarden Zloty aufgelegt, das über das EU-Programm SAFE finanziert wird.
Dieses SAFE-Programm sorgt in Polen derzeit für politische Debatten. Ministerpräsident Donald Tusk verteidigte das europäische Verteidigungskreditprogramm im Februar als Stärkung der nationalen Souveränität und der heimischen Rüstungsindustrie.
Nach seinen Angaben fließen mehr als 80 Prozent der SAFE-Mittel an polnische Unternehmen, während die deutsche Industrie lediglich auf einen Anteil von 0,37 Prozent kommt.
Rund 12.000 polnische Firmen sollen von dem Programm profitieren, das neben Munition auch Satellitentechnik, Cyberabwehr, Drohnenabwehrsysteme und den sogenannten Ostschild an der Grenze finanziert. Für CSG als etabliertem Zulieferer der polnischen Rüstungsindustrie ergibt sich daraus ein günstiges Finanzierungsumfeld für weitere Aufträge.
Analysten sehen Bewertung ausgereizt
Zur Einordnung des Dezamet-Auftrags äußern sich Analysten zurückhaltend. Die Einstufung lautet „Buy“, das Kursziel liegt bei etwa 31 bis 35 Euro. Damit signalisiert der Markt, dass ein Großteil der positiven Nachrichtenlage rund um CSG bereits eingepreist erscheint.
Der Auftrag selbst reiht sich in eine Serie von Vertragsabschlüssen, mit denen CSG seine Präsenz in der europäischen Munitions- und Artillerieproduktion in den vergangenen Monaten ausgebaut hat.
Kursverlauf spiegelt Auftragsdynamik
Die Aktie von CSG notiert bei 17,78 Euro und liegt damit nur knapp unter dem genannten Analystenkursziel. Über die vergangenen 30 Handelstage hat das Papier um 32,10 Prozent zugelegt, ein Zeichen dafür, dass Investoren die dichte Folge von Rüstungsaufträgen honorieren. Damit bewegt sich der Kurs auch nahe am 100-Tage-Durchschnitt von 17,75 Euro, während er seinen 50-Tage-Durchschnitt von 15,05 Euro deutlich überschritten hat.
Die Kombination aus hohem Momentum und einer bereits am Kursziel liegenden Notierung dürfte erklären, warum Analysten trotz der positiven Auftragslage vorerst bei einer neutralen Einstufung bleiben.
Für Anleger bleibt der Dezamet-Vertrag vor allem ein Beleg dafür, wie tief CSG mittlerweile in polnische Rüstungslieferketten eingebunden ist. Die Kombination aus nationalen Rahmenverträgen und europäischer SAFE-Finanzierung verschafft dem Unternehmen eine mehrjährige Visibilität bei Bestellungen, die über den Einzelauftrag hinausreicht.
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