CSG baut Future Artillery Complex in Iowa

CSG verzeichnet starkes erstes Halbjahr 2026 mit Umsatzplus von 17,2 Prozent. Landsysteme werden zum wichtigsten Wachstumstreiber, während der Konzern seine US-Präsenz ausbaut.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt um 17,2 Prozent
  • Landsysteme größter Auftragstreiber
  • US-Expansion mit neuem Büro
  • Jahresprognose bestätigt

CSG hat mit den Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 mehr geliefert als nur solide Wachstumsraten. Der niederländisch notierte, aus Prag geführte Rüstungskonzern zeigte am Freitag, dass sein Landsysteme-Geschäft inzwischen der größte Treiber für Auftragsbestand und Pipeline ist – ein Signal, dass sich CSG über die reine Munitionsfertigung hinaus breiter aufstellt.

Landsysteme als neuer Wachstumsmotor

Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 17,2 Prozent auf 3.251 Millionen Euro, getragen von anhaltend starker Nachfrage im Kerngeschäft Defence Systems, das um 27,0 Prozent zulegte. Das operative EBIT wuchs um 12,7 Prozent auf 784 Millionen Euro, die Marge lag mit 24,1 Prozent im Rahmen der eigenen Zielspanne. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen sprang um 84,8 Prozent auf 572 Millionen Euro, angetrieben von Regierungen, die ihre Munitionsvorräte auffüllen und Verteidigungsbudgets erhöhen.

Der Gesamtauftragsbestand samt Pipeline in Verhandlung kletterte auf 46 Milliarden Euro, nach 44 Milliarden Euro im März. Landsysteme stellten dabei den größten Einzelbeitrag – ein Kontrapunkt zu einem Unternehmen, das bislang vor allem als Munitionshersteller wahrgenommen wurde. CSG bestätigte zugleich die Jahresprognose von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro Umsatz und einer operativen EBIT-Marge zwischen 24 und 25 Prozent. Vorstandschef Michal Strnad sprach von einem weiteren Quartal starker Leistung und verwies auf neue Produkte, vertiefte vertikale Integration und den Ausbau internationaler Präsenz.

Sprung in den größten Verteidigungsmarkt der Welt

Parallel zu den Zahlen verkündete CSG den Aufbau von CSG Land Systems North America mit einem Büro in Washington, D.C., sowie den Baustart des Programms Future Artillery Complex in Iowa. Damit will sich der Konzern im größten Verteidigungsmarkt der Welt deutlich stärker positionieren. An die Spitze der neuen US-Einheit rückt Jason Alejandro Monahan, ein langjähriger Branchenexperte mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung unter anderem bei General Dynamics.

Die Personalie reiht sich in eine Serie von Führungswechseln der vergangenen Monate ein: Matthew Harvey wechselte im Mai als Chief Commercial Officer zu Excalibur Army und bringt Erfahrung von BAE Systems, Leonardo und Marshall Aerospace & Defence Group mit. Tom Winney übernahm im Januar den CEO-Posten bei Tatra Export, zuvor war er für KNDS und den Rheinmetall/BAE-Systems-Landbereich tätig. Auch bei der Fiocchi Group und als Group Chief Strategy Officer holte sich CSG erfahrene Branchenkräfte ins Haus – ein Zeichen, dass der Konzern seine operative Basis für weiteres Wachstum verbreitert.

Untermauert wird die Wachstumsstory durch die eigene Produktionsausweitung: CSG rechnet fest damit, bis Jahresende rund 850.000 selbst produzierte großkalibrige Munitionsrunden zu erreichen. Die Nitrocellulose-Anlage in Walsrode und das Treibmittel-Gemeinschaftsunternehmen mit EURENCO in der Slowakei laufen planmäßig auf die Zielmarken 2027 beziehungsweise 2028 zu. Zusätzlich hatte die Slowakei im Juni gemeinsam mit ZVS Holding einen Sieben-Jahres-Rahmenvertrag mit Kroatien für die Lieferung von mittel- und großkalibriger Munition im Wert von bis zu 58 Milliarden Euro geschlossen – ein Auftragspotenzial, das mittelbar auch CSG stützt.

Kursreaktion trotz starker Zahlen

An der Börse fiel die Reaktion auf die Rekordzahlen dennoch verhalten aus: Die Aktie schloss am Freitag bei 18,10 Euro und büßte an diesem Handelstag 6,88 Prozent ein. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 28,37 Prozent zu Buche, ein Beleg dafür, wie volatil das Papier seit den Vorwürfen des Short-Sellers Hunterbrook im Mai gehandelt wird, als CSG-Aktien um 13 Prozent einbrachen und der Handel zeitweise ausgesetzt wurde. Der Konzern hatte die Vorwürfe, wonach der Großteil der Munitionserlöse aus dem Weiterverkauf statt der eigenen Fertigung stamme, als irreführend zurückgewiesen. Zum 52-Wochen-Hoch von 36,05 Euro aus Ende Januar beträgt der Abstand aktuell 49,80 Prozent – ein Hinweis darauf, dass trotz der jüngsten Erholung noch deutlich Luft nach oben besteht, sollte das Vertrauen der Anleger in die Diversifikationsstrategie weiter wachsen.

Der nächste Prüfstein folgt am 11. November 2026, wenn CSG die Handelsmitteilung für das dritte Quartal veröffentlicht.

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