D-Wave: 100-Millionen-Förderung verwässert Anteile
D-Wave sichert sich 100 Mio. USD aus Chip-Förderung, gibt dafür neue Aktien aus. Analysten erhöhen Kursziele trotz Umsatzrückgang.

- Staatliche Förderung von 100 Millionen Dollar
- Aktionären droht Anteilsverwässerung
- Analysten heben Kursziele auf 35-40 Dollar
- Umsatz im ersten Quartal stark gesunken
D-Wave Quantum surft aktuell auf einer Welle der Euphorie. Analysten überbieten sich mit höheren Kurszielen. Ein staatlicher Geldregen verspricht finanzielle Sicherheit. Die Kehrseite: Aktionären droht eine massive Verwässerung ihrer Anteile.
Staatliches Geld kostet Anteile
Das Unternehmen hat eine Absichtserklärung über 100 Millionen US-Dollar unterzeichnet. Die Mittel stammen aus dem US-amerikanischen Förderprogramm für die Chipindustrie. D-Wave will damit die Entwicklung seiner Quantensysteme beschleunigen. Geplant sind Investitionen in Forschungszentren in Florida, Connecticut und Kanada.
Der Deal hat einen direkten Preis. Das US-Handelsministerium erhält im Gegenzug neue Stammaktien im Wert von 100 Millionen US-Dollar. Das Management warnt bestehende Aktionäre explizit vor diesem Schritt. Die Ausgabe der neuen Papiere verwässert den Wert der Altaktien spürbar.
Analysten treiben den Kurs
Die Börse ignoriert dieses Risiko bisher. Am Montag sprang der Kurs um 12,5 Prozent nach oben. Auslöser war eine neue Bewertung von Mizuho Securities. Die Analysten hoben das Kursziel auf 35 US-Dollar an.
Mizuho lobt den ehrgeizigen Fahrplan des Unternehmens. Bis 2032 will D-Wave 100 logische Qubits erreichen. Auch andere Experten zeigen sich optimistisch. Roth Capital und B. Riley riefen kürzlich Kursziele von jeweils 40 US-Dollar aus.
Harter Kontrast bei den Zahlen
Ein Blick auf die Bilanz offenbart eine gewaltige Lücke. Im ersten Quartal 2026 stürzte der Umsatz auf 2,86 Millionen US-Dollar ab. Ein Jahr zuvor standen hier noch 15 Millionen in den Büchern. Der Nettoverlust weitete sich zeitgleich aus.
Hoffnung machen die prall gefüllten Auftragsbücher. Kunden bestellten Kapazitäten für über 33 Millionen US-Dollar. Das zeigt das wachsende Interesse von Großkunden an mehrjährigen Verträgen.
Am Aktienmarkt spiegelt sich diese extreme Volatilität wider. Die Papiere schlossen am Dienstag bei 20,65 Euro. Auf Monatssicht steht ein Plus von rund 26 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch trennen den Kurs allerdings noch gut 46 Prozent.
Morgen blickt die Branche nach London. D-Wave veranstaltet dort seine europäische Nutzerkonferenz. Das Management wird neue Anwendungsfälle und Hardware-Updates präsentieren. Dort muss das Unternehmen beweisen, dass die Technologie reif für den Massenmarkt ist.
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