D-Wave: 2.000-Prozent-Bookings, 56% unter Hoch

D-Wave verzeichnet einen Bookings-Rekord von 33,4 Millionen Dollar, während der Aktienkurs fällt und der Umsatz durch Sondereffekte schrumpft.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert zwölf Prozent in einer Woche
  • Bookings steigen um fast 2000 Prozent
  • Umsatz sinkt auf 2,9 Millionen Dollar
  • Alle Analysten raten zum Kauf

Rekordbestellungen auf der einen Seite, ein Kurs auf dem Rückzug auf der anderen — D-Wave Quantum liefert gerade ein Paradebeispiel für die Widersprüche im Quantencomputing-Sektor. Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Tagen rund zwölf Prozent und notiert mit 16,58 Euro mehr als 56 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Sektorweiter Rücksetzer trifft alle

Der Abverkauf trifft D-Wave nicht allein. IonQ, Rigetti Computing, Quantum Computing Inc. und weitere Quantenwerte gerieten zuletzt unter Druck — weniger wegen fundamentaler Zweifel an der Technologie, mehr wegen Gewinnmitnahmen nach einem starken Lauf. Der Markt richtet seinen Blick wieder auf Verluste, Cash-Verbrennung und den langen Weg zur Profitabilität. Das drückt auf die Stimmung, auch wenn die Technologiefantasie intakt bleibt.

Bookings explodieren, Umsatz bricht ein

Das eigentliche Spannungsfeld liegt in den Q1-Zahlen. Der Umsatz fiel auf 2,9 Millionen Dollar — ein starker Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal, das allerdings einen einmaligen Systemverkauf über 12,6 Millionen Dollar enthielt. Bereinigt um diesen Sondereffekt ist das Bild weniger dramatisch.

Die Bookings erzählen eine ganz andere Geschichte: 33,4 Millionen Dollar im ersten Quartal bedeuten ein Plus von fast 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Problem ist die Zeitverzögerung — Systemverkäufe durchlaufen mehrere Schritte der Umsatzrealisierung und können sich über Quartale erstrecken.

Die Übernahme von Quantum Circuits belastete das Ergebnis zusätzlich. Einmalige Transaktionskosten von 9,1 Millionen Dollar und höhere Abschreibungen weiteten den Nettoverlust auf 18,4 Millionen Dollar aus. Die Bruttomarge sank auf 63,6 Prozent, nach 92,5 Prozent im Vorjahreszeitraum — ebenfalls eine Folge des fehlenden Hochmargensystemverkaufs.

Dual-Plattform und voller Terminkalender

Die Quantum-Circuits-Akquisition macht D-Wave zum Anbieter zweier Plattformen: Annealing und Gate-Model. CEO Alan Baratz berichtete auf dem Earnings Call von konkretem Kundeninteresse an Gate-Model-Systemen — sowohl für den Kauf als auch den Cloud-Zugang. Bis Ende 2026 soll die Dual-Rail-Qubit-Technologie auf 17 Qubits skaliert werden.

Parallel läuft eine intensive Investorenansprache. Heute nimmt das Management am virtuellen Canaccord Genuity Quantum Symposium teil, Ende Mai folgt die TD Cowen Tech-Konferenz in New York. Das wichtigste Datum ist der 1. Juni: D-Waves erster Investor Day an der New York Stock Exchange, unter dem Motto „The D-Wave Difference“.

Wall Street bleibt konstruktiv

Alle 13 Analysten, die D-Wave abdecken, empfehlen die Aktie zum Kauf. Mizuho senkte das Kursziel auf 29 Dollar, behielt aber das Outperform-Rating. Canaccord Genuity kürzte auf 41 Dollar, bestätigte jedoch ebenfalls Buy. Der Konsens liegt bei 35 Dollar — gemessen am aktuellen Kursniveau impliziert das erhebliches Aufwärtspotenzial.

Auf der Liquiditätsseite steht D-Wave solide da: Kasse und handelbare Wertpapiere summierten sich zum 31. März auf 588 Millionen Dollar, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der Investor Day am 1. Juni wird zeigen, ob das Management die Lücke zwischen Bookings-Euphorie und Umsatzrealität überzeugend erklären kann.

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