D-Wave: 81 Prozent Umsatzrückgang im Q1

Ein Vorvertrag über 100 Mio. Dollar vom US-Handelsministerium treibt den Aktienkurs von D-Wave Quantum in die Höhe.

Die Kernpunkte:
  • Staatliche Förderung von 100 Mio. Dollar
  • Kursanstieg um 43 Prozent in einer Woche
  • Umsatzrückgang trotz Auftragsboom
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 43 Dollar

Die US-Regierung macht ernst beim Thema Quantencomputer. Ein geplantes Förderpaket katapultiert die Papiere von D-Wave Quantum massiv nach oben. Auf Wochensicht schoss der Kurs um knapp 43 Prozent in die Höhe und ging am Freitag bei 25,04 Euro aus dem Handel. Der Auslöser für diese extreme Marktdynamik ist ein konkreter Vorvertrag über staatliche Millionen.

Washingtons Milliarden-Wette

Das US-Handelsministerium plant, neun ausgewählte Quanten-Unternehmen mit insgesamt gut zwei Milliarden US-Dollar zu subventionieren. D-Wave Quantum hat bereits eine offizielle Absichtserklärung über 100 Millionen Dollar unterzeichnet. Die Mittel stammen aus dem Rahmenwerk des CHIPS and Science Act. Im Gegenzug will sich die US-Regierung direkt an den geförderten Firmen beteiligen.

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Diese Nachricht löste umgehend eine Sektor-Rallye aus. Neben D-Wave profitierten auch Konkurrenten wie Infleqtion und Rigetti, was dem gesamten Segment fast fünf Milliarden Dollar an neuer Marktkapitalisierung bescherte.

Die extreme Nervosität der Anleger spiegelt sich in den Kursbewegungen wider. Die annualisierte Volatilität der D-Wave-Aktie liegt auf 30-Tage-Sicht bei außergewöhnlichen 148 Prozent.

Auftragsboom trifft auf Umsatzschwund

Abseits der politischen Fantasie zeigt das operative Geschäft ein gespaltenes Bild. Im ersten Quartal brach der Umsatz um 81 Prozent auf 2,9 Millionen Dollar ein. Das Management begründet diesen Rückgang primär mit dem Fehlen eines margenstarken Systemverkaufs, der im Vorjahr noch die Bilanzen gestützt hatte.

Parallel dazu explodierte der Auftragseingang. Die Neubestellungen kletterten um fast 2.000 Prozent auf 33,4 Millionen Dollar. Auch die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen rasant auf über 42 Millionen Dollar an. Mehr als die Hälfte davon soll laut Unternehmensangaben in den nächsten zwölf Monaten umsatzwirksam werden.

Dem stehen massiv steigende Kosten gegenüber. Die operativen Ausgaben verdoppelten sich im ersten Quartal auf 56,5 Millionen Dollar. Ein komfortables Polster bietet die Liquidität: D-Wave sitzt aktuell auf Barmitteln und kurzfristigen Anlagen von rund 588 Millionen Dollar.

Analysten bleiben optimistisch

Die Wall Street bewertet die Aussichten mehrheitlich positiv. Analysten von Needham und Cantor Fitzgerald riefen nach den Quartalszahlen Kursziele von jeweils 40 Dollar aus.

Rosenblatt und Canaccord Genuity sehen die Aktie sogar bei 43 beziehungsweise 41 Dollar. Lediglich Mizuho positioniert sich mit einem Ziel von 29 Dollar deutlich vorsichtiger.

Leerverkäufer ziehen sich derweil zurück. Die Short-Quote fiel zuletzt auf 14,5 Prozent des Streubesitzes. Das deutet darauf hin, dass einige Bären ihre Positionen im Zuge der jüngsten Kursgewinne glattgestellt haben.

Bewährungsprobe in New York

Die fundamentale Lücke zwischen Auftragseuphorie und massiven Verlusten bleibt das zentrale Thema. Auf rollierender Zwölf-Monats-Basis steht einem Umsatz von knapp 25 Millionen Dollar ein Nettoverlust von 355 Millionen Dollar gegenüber.

Am 1. Juni rückt das Management in den Fokus. Auf dem ersten Investor Day an der New Yorker Börse präsentiert D-Wave seine Technologie-Roadmap und die Strategie zur Integration der übernommenen Quantum Circuits. Zuvor stellt sich das Unternehmen am 28. Mai auf der TD Cowen Konferenz den Fragen der institutionellen Investoren. Dort muss der Vorstand konkret darlegen, wie die explodierenden Auftragseingänge zeitnah in echte Profitabilität übersetzt werden.

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