D-Wave Quantum Aktie: 13-Prozent-Crash nach Arbeitsmarktbericht

Quantencomputing-Spezialist D-Wave verliert trotz Großaufträgen und staatlicher Investitionen massiv an Börsenwert. Zinsängste belasten den Tech-Sektor.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von über 13 Prozent
  • Staatsinvestment von 100 Millionen Dollar
  • Großaufträge von Uni und Konzern
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlung

Frisches Kapital vom US-Staat und lukrative Großaufträge füllen die Kassen von D-Wave Quantum. An der Börse dominiert aktuell trotzdem die Angst. Anleger verkauften am Freitag massiv und drückten den Kurs um 13,02 Prozent ins Minus. Der Absturz hat seine Gründe weit entfernt vom eigentlichen Tagesgeschäft.

Zinsangst trifft Tech-Sektor

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht für den Mai löste die jüngste Verkaufswelle aus. Die amerikanische Wirtschaft schuf überraschend 172.000 neue Stellen. Investoren bewerten nun die Zinspolitik neu. Marktteilnehmer erwarten zunehmend eine Leitzinserhöhung bis Dezember 2026.

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Dieses Szenario belastet traditionell Technologieunternehmen ohne laufende Gewinne. Kapital floss am Freitag massiv aus dem Quantencomputing-Sektor ab. Anleger schichteten ihre Gelder in defensive Bereiche wie Gesundheit und Konsumgüter um. Auf Wochensicht verlor D-Wave 19,73 Prozent an Wert.

Millionen-Deals als Puffer

Operativ liefert das Management derweil starke Argumente. Das US-Handelsministerium plant ein Investment von 100 Millionen US-Dollar. Diese Mittel stammen aus der Quanten-Initiative des CHIPS Act. Die Regierung sichert sich im Gegenzug Unternehmensanteile. Das unterstreicht die strategische Bedeutung der Technologie für die nationale Infrastruktur.

Parallel dazu meldet D-Wave kommerzielle Erfolge. Die Florida Atlantic University kaufte ein System für 20 Millionen Dollar. Ein weiteres Abkommen mit einem Großkonzern spült zusätzliche Millionen ein. Die Kasse ist prall gefüllt. Ende März verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 588 Millionen Dollar.

Analysten bleiben optimistisch

Die Experten der Wall Street lassen sich von der Marktturbulenz nicht beirren. Die Investmentbank B. Riley hob ihr Kursziel kürzlich auf 40 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Der breite Analystenkonsens sieht den fairen Wert aktuell bei rund 36 Dollar.

Ein Blick auf die Führungsebene zeigt normale Bewegungen. Finanzchef John Markovich trennte sich Anfang Juni von einem kleinen Aktienpaket. Er hält im Anschluss weiterhin über 1,4 Millionen Papiere.

Charttechnik im Fokus

Nach dem Kursrutsch steht die Aktie nun an einer charttechnischen Klippe. Der Schlusskurs vom Freitag fiel mit 20,71 Euro fast exakt auf die viel beachtete 200-Tage-Linie. Institutionelle Investoren nutzen diese Marke oft als Signal für den langfristigen Trend.

Der RSI-Indikator notiert mit 48,5 wieder im neutralen Bereich. Bricht die aktuelle Unterstützung auf Schlusskursbasis, droht ein weiterer Rücksetzer. Das nächste Auffangbecken wartet dann am mittelfristigen Durchschnitt bei 17,90 Euro.

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