D-Wave Quantum Aktie: 18.000 Kontrakte im Fokus

Optionsmarkt zeigt optimistische Wetten auf D-Wave Quantum. Analysten bestätigen Kaufempfehlung trotz hoher Kursschwankungen.

Die Kernpunkte:
  • Optionshändler setzen auf Erholung
  • Put-Call-Verhältnis signalisiert Optimismus
  • Analysten bestätigen Kaufrating
  • Kurs unter gleitenden Durchschnitten

D-Wave Quantum klettert am Freitag in Frankfurt auf 20,02 Euro, ein Plus von 1,73 Prozent zum Vortag. Der Kurs des Quantencomputing-Anbieters hat sich damit über die vergangenen sieben Handelstage um 0,5 Prozent erholt. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von rund 16,6 Prozent zu Buche.

Optionsmarkt signalisiert Optimismus

Der eigentliche Auslöser für das neue Interesse kommt aus dem Optionsmarkt. Daten der Terminbörse Cboe zeigen ein deutlich bullisches Handelsmuster in der Aktie. Bei einem Kurs nahe 24,43 US-Dollar wechselten rund 18.000 Kontrakte den Besitzer, weit über dem üblichen Volumen.

Das Put-Call-Verhältnis liegt bei 0,87 statt der sonst typischen 0,45. Käufer von Call-Optionen dominieren damit klar das Geschehen. Die implizite Volatilität stieg zwar an, blieb aber unter ihrem 52-Wochen-Median. Der sogenannte Skew zwischen Put- und Call-Preisen flachte gleichzeitig ab — ein Signal für vorsichtigen Optimismus unter Händlern.

Bemerkenswert ist das vor allem angesichts der ohnehin schon hohen Schwankungsbreite der Aktie. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 92 Prozent. Damit zählt D-Wave zu den unruhigsten Werten im gesamten Small-Cap-Technologiesegment.

Ein nervöser Sommer für Quantentitel

Die Aktivität am Optionsmarkt folgt auf turbulente Wochen für D-Wave und die gesamte Quantencomputing-Branche. Kurssprünge in beide Richtungen prägten zuletzt das Bild, getrieben von politischen Ankündigungen, wissenschaftlichen Kontroversen und Firmennachrichten. Ende Juni etwa gerieten Quantenaktien unter Druck, nachdem ein angeblicher Durchbruch von Microsoft in der Fachzeitschrift Nature scharf kritisiert wurde. Kurz darauf sprangen dieselben Titel wieder nach oben, als der US-Präsident zwei Exekutivverordnungen zur Förderung der Branche unterzeichnete.

Das technische Bild spiegelt diese Nervosität wider. Aktuell notiert die Aktie 2,16 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 20,46 Euro und 4,09 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 20,87 Euro. Vom 52-Wochen-Tief bei 11,12 Euro, erreicht Ende März, hat sich der Kurs um fast 80 Prozent gelöst. Bis zum Jahreshoch von 38,48 Euro aus Mitte Oktober fehlen dennoch knapp 48 Prozent.

Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich

Trotz der Kursschwankungen hält die Wall Street an ihrer positiven Einschätzung fest. Roth Capital bestätigte kürzlich sein Kaufrating mit Kursziel 40 US-Dollar. Analyst Suji Desilva verweist auf die Doppelstrategie des Unternehmens, das sowohl auf Quantum Annealing als auch auf gate-basierte Rechenmodelle setzt.

Die Einschätzung folgte auf einen Auftritt von D-Wave-CEO Alan Baratz bei der 16. Roth London Conference. Dort habe das Investoreninteresse an der Quantentechnologie des Unternehmens spürbar zugenommen, so die Analysten. Auch die Kundendynamik verbessere sich.

Über den gesamten Analystenkreis hinweg gilt für D-Wave aktuell ein „Strong Buy“-Konsens, basierend auf 13 Bewertungen der vergangenen drei Monate. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 38,27 US-Dollar — ein implizites Potenzial von rund 56 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Nicht alle Marktteilnehmer teilen diesen Optimismus: Einige quantitative Modelle stufen die Bewertung angesichts der noch schmalen Umsatzbasis im Verhältnis zur Marktkapitalisierung als ambitioniert ein.

Mit erhöhter impliziter Volatilität und bullisch positionierten Optionshändlern bleibt die Aktie kurzfristig ein Kandidat für ausgeprägte Kursausschläge. Dünne Umsätze, eine starke Abhängigkeit von staatlich finanzierten Aufträgen und ein charttechnisch fragiles Bild unterhalb der langfristigen Durchschnittslinien sprechen dafür, dass neue Nachrichten — ob aus dem Optionsmarkt, von Analysten oder aus der Politik — weiterhin für kräftige Bewegungen sorgen dürften.

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