D-Wave Quantum Aktie: 33 Millionen Dollar Rekordbuchungen

D-Wave erhält zweite Förderrunde für Quantenfertigung und winkt CHIPS-Act-Millionen. Trotz Rekordbuchungen belasten Umsatzrückgang und Kursverluste.

Die Kernpunkte:
  • Staatliche Förderung für Quantenfertigung verlängert
  • CHIPS-Act-Mittel über 100 Mio. Dollar geplant
  • Wissenschaftlicher Streit um Quantenüberlegenheit
  • Rekordbuchungen bei starkem Umsatzrückgang

D-Wave bekommt frisches politisches Rückgrat. Die US-Regierung fördert das SQFab-Projekt im zweiten Jahr weiter, während ein geplanter CHIPS-Act-Einstieg über 100 Millionen Dollar im Raum steht. Für den Quantenwert kommt die Nachricht zur richtigen Zeit. Operative Fortschritte treffen auf wissenschaftlichen Gegenwind und extreme Kursschwankungen.

Staat stützt die Quantenfertigung

Die neue SQFab-Förderung geht an Quantum Circuits, eine Tochter von D-Wave. Das Geld läuft über den Northeast Regional Defense Technology Hub des US-Verteidigungsministeriums und das Microelectronics-Commons-Programm.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei D-Wave Quantum?

SQFab steht für bessere Materialien bei supraleitenden Qubits und skalierbare Fertigung. Das Ziel: Laborprozesse sollen schneller in industrielle Produktion wandern. Genau diese Brücke ist für Quantencomputer teuer, komplex und strategisch wichtig.

Das Projekt gehört zu vier NORDTECH-Programmen, die zusammen mehr als 25 Millionen Dollar für das zweite Förderjahr erhalten. Die Programme hatten zuvor erste Meilensteine bei Design, Fertigung und Prüfung von Quantenkomponenten erreicht.

CEO Dr. Alan Baratz wertet die Förderung als Zeichen wachsender Anerkennung. Quantencomputer spielen aus Sicht von D-Wave eine immer größere Rolle für die US-Mikroelektronik. Washington will kritische Chip- und Quantenkapazitäten stärker im eigenen Ökosystem halten.

CHIPS-Act-Deal mit Eigenkapital-Effekt

Bereits am 21. Mai hatte D-Wave eine Absichtserklärung für geplante CHIPS-Act-Mittel über 100 Millionen Dollar unterzeichnet. Nach finalen Förderunterlagen würde das Unternehmen Stammaktien in gleicher Höhe an das US-Handelsministerium ausgeben.

Damit ginge der Staat direkt ins Eigenkapital. Das ist mehr als klassische Forschungsförderung. Es wäre ein politisches Signal für D-Waves Technologie und zugleich eine Verwässerung für bestehende Aktionäre.

Die geplanten Mittel sollen die Skalierung von Annealing- und Gate-Modell-Systemen beschleunigen. D-Wave will damit unter anderem eine Forschungs- und Entwicklungsanlage in Boca Raton unterstützen. Bestehende Zentren in New Haven und Burnaby sollen ebenfalls profitieren.

Technisch sind die Ziele groß. D-Wave nennt ein Annealing-System mit 100.000 Qubits und ein Gate-Modell-System mit 10.000 Qubits als konkrete Entwicklungsmarken.

Streit um Quantenüberlegenheit belastet

Parallel zur Förderstory wehrt sich D-Wave gegen wissenschaftliche Kritik. Das Unternehmen hat sich formell gegen Einwände des Flatiron Institute zu seinen „beyond-classical“-Meilensteinen gestellt.

Im Zentrum steht eine Benchmark-Studie aus dem Jahr 2025 im Fachjournal Science. D-Wave nutzte dabei mehr als 5.000 Qubits auf dem Advantage2-System und simulierte nichtgleichgewichtige magnetische Spin-Dynamik. Eine klassische Simulation hätte laut Unternehmen rund eine Million Jahre auf dem Frontier-Supercomputer benötigt.

Flatiron-Forscher halten dagegen, ein klassischer Algorithmus namens BP-TNS könne ähnliche Aufgaben lösen. D-Wave widerspricht und verweist auf den Umfang des ursprünglichen Experiments. Besonders komplexe 3D-Spin-Glas-Probleme und Biclique-Topologien seien nicht vollständig repliziert worden.

Entwicklungschef Dr. Trevor Lanting zieht die Linie klar. Klassische Algorithmen könnten einfachere Fälle lösen, die härtesten Simulationsinstanzen blieben jedoch außerhalb klassischer Methoden. D-Wave verweist außerdem auf eine arXiv-Studie, nach der BP-TNS bei stark gekoppelten 3D-Spin-Gläsern scheitert.

Der Markt reagiert nervös. Am Dienstag verlor die Aktie in den USA 5,63 Prozent auf rund 27,75 Dollar, obwohl breite US-Indizes zulegten.

Das Handelsvolumen lag bei 54,2 Millionen Aktien und damit etwa 78 Prozent über dem Drei-Monats-Schnitt. Am Optionsmarkt stieg die 30-Tage-Volatilität auf 112,05, der Put-Call-Skew wurde steiler.

In Deutschland notiert die D-Wave-Aktie aktuell bei 23,74 Euro und liegt heute 0,59 Prozent im Minus. Auf Wochensicht steht trotzdem ein Plus von 43,18 Prozent zu Buche.

Buchungen glänzen, Umsatz bricht ein

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen den Spagat. Im ersten Quartal erzielte D-Wave einen Umsatz von 2,9 Millionen Dollar. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang um 81 Prozent.

Der Hauptgrund war simpel: Im Vorjahresquartal hatte ein großer Systemverkauf die Erlöse gestützt. Ohne solche Deals bleibt das Umsatzprofil sprunghaft. Genau das macht die Aktie anfällig für harte Ausschläge.

Die Buchungen erreichten dagegen einen Rekordwert von 33,4 Millionen Dollar. Das lag fast 2.000 Prozent über dem Vorjahr und zeigt, dass die Nachfrage nicht verschwunden ist.

Eine Systemlieferung an die Florida Atlantic University brachte 20 Millionen Dollar. Ein Unternehmensvertrag für Quantum Computing as a Service kam auf 10 Millionen Dollar.

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 18,4 Millionen Dollar. Je Aktie lag das Minus bei 0,05 Dollar und damit besser als die Konsensschätzung von minus 0,08 Dollar.

Die Liquidität bleibt ein starkes Argument. Zum Quartalsende hielt D-Wave 588,4 Millionen Dollar an Barmitteln und marktgängigen Wertpapieren.

Das Management rechnet für 2026 mit mindestens zwei Systemverkäufen. Sie sollen helfen, die schwankenden Erlöse zu stabilisieren.

Bis 2028 peilt D-Wave im Gate-Modell 175 physische Qubits an. Für 2030 stehen 10 logische Qubits auf der Roadmap.

Institutionelle Kursziele liegen derzeit zwischen 38 und 43 Dollar. Der Abstand zum aktuellen Kurs zeigt, wie groß die Erwartungen bleiben, trotz Streit um Benchmarks und schwacher Erlöse.

Am 6. August folgt der nächste Finanztermin. Analysten rechnen dann mit einem Verlust je Aktie von 0,09 Dollar und einem Umsatz von rund 4,04 Millionen Dollar. Der Markt bekommt damit den nächsten konkreten Abgleich zwischen Förderstory, Buchungen und Umsatztempo.

D-Wave Quantum-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue D-Wave Quantum-Analyse vom 27. Mai liefert die Antwort:

Die neusten D-Wave Quantum-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für D-Wave Quantum-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

D-Wave Quantum: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu D-Wave Quantum