D-Wave Quantum Aktie: 33,4 Millionen Bookings vs. 2,9 Millionen Umsatz

D-Wave-Aktie gerät nach Studie gegen Quantenvorteil unter Druck. Rekord-Bookings stehen sinkenden Umsätzen gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • Wissenschaftliche Studie stellt Quantenvorteil infrage
  • Rekord-Bookings von 33,4 Millionen Dollar
  • Umsatz sinkt auf 2,9 Millionen Dollar
  • Zehn von elf Analysten raten zum Kauf

Nach einem Kursanstieg von rund 42 Prozent innerhalb einer Woche trifft D-Wave Quantum ein unerwarteter Gegenwind — und der kommt aus der Wissenschaft.

Die Aktie gab am Mittwoch leicht nach und notiert aktuell bei 23,53 Euro. Das ist ein deutlicher Rücksetzer vom jüngsten Hochpunkt. Dabei bleibt das Papier auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Plus von 52 Prozent klar im grünen Bereich.

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Studie stellt Quantenvorteil infrage

Der Kursdruck hängt mit einer Veröffentlichung im Fachjournal Science zusammen. Forscher des Flatiron Institute und der Boston University zeigten, dass ein klassischer Algorithmus auf einem Laptop bestimmte Probleme simulieren kann — Probleme, die D-Wave bislang als Domäne seiner Quantentechnologie vermarktete.

CEO Alan Baratz wies die Schlussfolgerungen zurück. Das Unternehmen argumentiert, die klassische Simulation erfasse nicht den vollen Umfang der ursprünglichen Ergebnisse — insbesondere bei dreidimensionalen Spin-Gläsern und spezifischen Problemgeometrien. Der Disput ist damit nicht beigelegt.

Rekord-Bookings, aber sinkende Umsätze

Das operative Bild ist widersprüchlich. Im ersten Quartal 2026 meldete D-Wave Rekord-Bookings von 33,4 Millionen Dollar — ein enormer Sprung gegenüber 1,6 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der tatsächlich verbuchte Umsatz lag jedoch bei nur 2,9 Millionen Dollar, nach 15 Millionen Dollar im Vorjahr.

Für das Gesamtjahr 2025 erzielte das Unternehmen 24,6 Millionen Dollar Umsatz, ein Plus von 179 Prozent. Der Nettoverlust betrug dabei 355 Millionen Dollar.

Die hohen Bookings deuten auf wachsende Nachfrage hin. Wann sie sich in Umsatz verwandeln, bleibt offen.

Starker Wettbewerb, solide Analystenunterstützung

Der Sektor ordnet sich neu. Quantinuum, ein direkter Wettbewerber, strebt einen Börsengang mit einer erwarteten Bewertung von rund 12,7 Milliarden Dollar an. IonQ punktet bei Investoren mit stärkerem Umsatzwachstum und einer schuldenfreien Bilanz.

Auf der Finanzierungsseite läuft das zweite Jahr einer 25-Millionen-Dollar-Initiative des US-Verteidigungsministeriums, die auf skalierbare supraleitende Qubit-Fertigung abzielt.

Von den elf Wall-Street-Analysten, die die Aktie verfolgen, empfehlen zehn den Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 36,11 Dollar — rund 30 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Am 1. Juni präsentiert sich D-Wave an der New Yorker Börse auf einem Investor Day. Dort dürfte das Management den Wissenschaftsstreit direkt adressieren müssen — und erklären, wie aus Rekord-Bookings endlich nachhaltige Umsätze werden.

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