D-Wave Quantum Aktie: 35,5 Millionen Buchungen im H1
D-Wave verfehlt Gewinnerwartungen im Q2, überzeugt aber mit massivem Auftragswachstum. Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch für den Quantencomputer-Spezialisten.

- Umsatz stagniert bei 3,1 Millionen Dollar
- Buchungen steigen um über 1.120 Prozent
- Analysten bestätigen mehrheitlich Kaufempfehlung
- Neue Studie in Nature veröffentlicht
D-Wave Quantum hat am 6. August Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die bei Anlegern gemischte Reaktionen auslösten. Der Umsatz blieb mit 3,1 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahr unverändert, der GAAP-Verlust je Aktie lag bei 0,13 US-Dollar und verfehlte die Erwartungen von 0,10 US-Dollar um rund 30 Prozent. Gleichzeitig meldete das Unternehmen ein Buchungswachstum, das in dieser Größenordnung selten vorkommt.
Die Aktie notierte zuletzt bei 18,16 Euro und liegt damit 1,4 Prozent über dem Niveau vor sieben Handelstagen. Auf Monatssicht steht ein Plus von 14 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat das Papier dagegen 20 Prozent verloren.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 40,41 Euro, erreicht im vergangenen Oktober, trennen den Titel derzeit 55 Prozent, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von Ende März 63 Prozent beträgt.
Buchungen wachsen deutlich stärker als der Umsatz
Für das erste Halbjahr 2026 verbuchte D-Wave Aufträge in Höhe von 35,5 Millionen US-Dollar, ein Plus von über 1.120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die offenen Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations) stiegen im gleichen Zeitraum um 668 Prozent auf 40,7 Millionen US-Dollar.
Allein im zweiten Quartal wuchsen die Buchungen um 59 Prozent auf 2,1 Millionen US-Dollar, wobei die durchschnittliche Auftragsgröße um 87 Prozent zulegte. Getragen wurde das Halbjahresergebnis maßgeblich von einem Systemvertrag mit der Florida Atlantic University über 20 Millionen US-Dollar.
Auch die Kundenstruktur verschiebt sich: Kommerzielle Kunden steuerten im zweiten Quartal 62,4 Prozent des Umsatzes bei, nach 45,1 Prozent im Vorjahr. Forschungseinrichtungen treten damit als Erlösquelle zunehmend hinter globale Unternehmenskunden zurück.
Belastet wurde die Profitabilität allerdings von gestiegenen Personalkosten, die die Bruttomarge um 8,4 Prozentpunkte drückten. Das Management bekräftigte die Prognose von zwei Systemauslieferungen für 2026 und rechnet damit, dass der Großteil des Jahresumsatzes erst im vierten Quartal anfällt.
Zum Stichtag 30. Juni 2026 verfügte D-Wave über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere von 546,2 Millionen US-Dollar, ein Rückgang um 273,1 Millionen US-Dollar beziehungsweise 33 Prozent gegenüber dem Vorjahresstichtag. Mehr als 90 Prozent dieses Rückgangs entfallen auf die im Januar 2026 gezahlte Barkomponente für die Übernahme von Quantum Circuits.
Analysten reagieren mit frischen Einstufungen
Am 7. August folgte eine Reihe von Analystenreaktionen auf die Zahlen. Craig-Hallum Capital Group, Cantor Fitzgerald und Evercore ISI bekräftigten jeweils ihre Kaufempfehlung. Northland Securities nahm die Coverage dagegen mit einer neutralen Einstufung auf. Bereits am 3. August hatte Wedbush Securities die Beobachtung von D-Wave Quantum mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 40,00 US-Dollar aufgenommen.
Parallel zur Quartalsbilanz meldete D-Wave am 5. August einen wissenschaftlichen Fortschritt: In der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte das Unternehmen eine Studie zu einem schnellen, hochpräzisen Zwei-Qubit-Gate, das die Fehlerkorrektur-Eigenschaften seiner supraleitenden Dual-Rail-Qubit-Architektur erhält. Das neue Gate erreicht laut Unternehmensangaben eine Genauigkeit von rund 99,9 Prozent bei Schaltzeiten von 500 Nanosekunden.
Zudem wechselte D-Wave am 27. Juli die Börsennotierung von der New York Stock Exchange zur Nasdaq, wo die Aktie unter dem bestehenden Kürzel weitergehandelt wird.
Ende Juli meldeten außerdem mehrere Führungskräfte, darunter CEO Alan Baratz und CFO John Markovich, den Verkauf von insgesamt 68.173 Aktien zu einem Preis von 18,66 US-Dollar je Aktie – laut den Meldungen ausschließlich zur Deckung von Steuerverpflichtungen im Zusammenhang mit vestenden Restricted Stock Units.
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