D-Wave Quantum Aktie: 41% der Briten rechnen mit 100 Mio. Pfund

D-Wave erhält 100 Mio. US-Dollar Förderung und zeigt starke Nutzerzahlen. Analysten sehen Potenzial, die Aktie gibt jedoch nach.

Die Kernpunkte:
  • 100 Millionen Dollar US-Förderung
  • Umfrage: Britische Firmen erwarten Milliardengewinne
  • Nutzung der Quantensysteme steigt rasant
  • Rosenblatt erhöht Kursziel auf 43 Dollar

Hundert Millionen Dollar Bundesförderung, ein Investor Day mit steigenden Kurszielen und eine Umfrage, die massive Erwartungen britischer Großunternehmen belegt — D-Wave Quantum liefert dieser Tage gleich mehrere Schlagzeilen auf einmal. Trotzdem gab die Aktie am Dienstag nach. Das Muster ist bekannt: gute Nachrichten, Gewinnmitnahmen.

Britische Konzerne rechnen mit dreistelligen Millionengewinnen

Am 3. Juni veröffentlichte D-Wave eine Umfrage unter mehr als 1.000 Entscheidungsträgern großer britischer Unternehmen. Das Ergebnis ist bemerkenswert: 41 Prozent erwarten, dass Quantencomputing innerhalb eines Jahres nach Einführung mehr als 100 Millionen Pfund an Wert freisetzt. Keine Laborneugier mehr — die Unternehmen planen konkrete Einsätze.

Im Mittelpunkt steht die Optimierung. Logistik, Personalplanung, Ressourcenverteilung — genau die Bereiche, in denen D-Waves Annealing-Systeme wie der Advantage2-Prozessor bereits laufen. Die Nutzung dieses Systems stieg im ersten Quartal 2026 um 314 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz lag mit 2,86 Millionen Dollar allerdings unter manchen Analystenerwartungen.

100 Millionen Dollar vom US-Staat

Einen Tag später, am 4. Juni, bestätigte D-Wave eine Förderung von 100 Millionen Dollar durch das US-Handelsministerium — finanziert über den CHIPS and Science Act. Das Geld fließt in die Weiterentwicklung supraleitender Quantentechnologie und stärkt den sogenannten Dual-Platform-Ansatz des Unternehmens.

Dieser Ansatz kombiniert die ausgereifte Annealing-Technologie mit einem neuen Gate-Modell-Programm. Letzteres geht auf die Anfang 2026 abgeschlossene Übernahme von Quantum Circuits zurück. Bis 2032 peilt D-Wave 100 logische Qubits an. Auf dem Weg dorthin stehen konkrete Meilensteine:

  • 2026: Auslieferung eines Gate-Modell-Systems mit 17 physischen Qubits
  • 2027: 49-Qubit-Array mit 20-facher Fehlerreduktion
  • 2030: 10 logische Qubits für frühe fehlertolerante Algorithmen

Rosenblatt hebt Kursziel auf 43 Dollar

Nach dem Investor Day passte Rosenblatt Securities seine Einschätzung an. Die Investmentbank hob das Kursziel auf 43 Dollar und behielt das „Buy“-Rating. Als Begründung nannte sie D-Waves Alleinstellung als einziger Hardware-Anbieter mit zwei vollständigen Plattformen für Optimierungs- und Universalquantenrechnen.

Die Liquiditätsreserve des Unternehmens liegt bei rund 588 Millionen Dollar — nach eigenen Angaben der höchste Stand der Unternehmensgeschichte. Das schafft Spielraum für den langen Weg bis zur Profitabilität.

An der Börse spiegelt sich das gemischte Bild wider. Die Aktie notiert aktuell bei 23,75 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 52 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 38,48 Euro trennen den Kurs allerdings noch gut 38 Prozent. Wer auf die Technologie setzt, braucht einen langen Atem — und starke Nerven bei einer annualisierten Volatilität von über 135 Prozent.

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