D-Wave Quantum Aktie: Annealer erreicht Italien

Swiss Quantum Technology finanzierte das Advantage2-System; Forschende und Unternehmen sollen nach der Inbetriebnahme per Cloud darauf zugreifen.

Die Kernpunkte:
  • Erster D-Wave-Annealer in Italien eingetroffen
  • Swiss Quantum Technology finanzierte das System
  • Partner erhält fünf Jahre halbe Kapazität
  • Einweihung für den 16. Oktober geplant

D-Wave liefert seinen ersten Annealing-Quantencomputer nach Italien. Das Advantage2-System ist in der Lombardei eingetroffen und soll in der Villa Saporiti in Como installiert werden. Bekannt gegeben hat das Unternehmen die Ankunft auf dem Digital Innovation Forum 2026.

Finanziert von Swiss Quantum Technology

Die Maschine wird im Q-Alliance-Umfeld „VoltaB1“ genannt. Bezahlt hat sie Swiss Quantum Technology (SQT). Grundlage ist eine Vereinbarung über zehn Millionen Euro, mit der D-Wave einen Annealer in Europa platziert.

SQT sicherte sich damit die Hälfte der Systemkapazität für fünf Jahre. Zudem besitzt der Partner eine Option, das gesamte System zu kaufen. Nach der Inbetriebnahme sollen Forschende, Hochschulen und Unternehmen über den Cloud-Dienst Leap darauf zugreifen können.

Einweihung am Freitag

Die offizielle Inauguration folgt am 16. Oktober beim Event „Quantum per l’Italia“. D-Wave-Chef Alan Baratz hält dort eine Rede, anwesend sein sollen Vertreter aus Forschung, Industrie und Politik. Der Termin steht im Zeichen des bevorstehenden 200. Todestags von Alessandro Volta.

Vorausgegangen war im Juni die Unterzeichnung der Volta-Erklärung in Mailand. Sie legt einen Rahmen für die Zusammenarbeit bei Quantentechnologie, künstlicher Intelligenz und souveräner Recheninfrastruktur fest.

Baratz spricht von einem historischen Meilenstein. Italien habe starke Talente und industrielle Substanz, aus Quanteninfrastruktur müsse nun ein Wettbewerbsvorteil werden. SQT-Interimschef Thomas Darden betont, die Investition solle Forscher und Firmen mit Rechenleistung zusammenbringen.

Technik und Einordnung

Der Advantage2 verfügt über mehr als 4.400 Qubits und gilt als D-Wave-Flaggschiff im Annealing. Laut Unternehmen löste er ein komplexes Materialsimulationsproblem, an dem ein Supercomputer fast eine Million Jahre gerechnet hätte. Kunden aus Luftfahrt, Fertigung, Telekommunikation und Gesundheitswesen setzen das System bereits ein.

Finanziell ist der Auftrag überschaubar, strategisch aber nicht unbedeutend. Er zeigt, dass D-Wave Hardware in Europa verkauft und nicht nur Cloudzeit vermietet. Ob daraus Folgeprojekte entstehen, dürfte sich zeigen, sobald die Maschine in Como im Betrieb ist. Zunächst steht am 16. Oktober die Zeremonie mit Baratz an.

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