D-Wave Quantum Aktie: ERASE-Projekt mit Yale

D-Wave Quantum erhält staatliche Millionen, kämpft aber mit Umsatzeinbruch und Aktienverkäufen der Führungsebene.

Die Kernpunkte:
  • Fördergelder für Quantenforschung erhalten
  • Umsatz um fast 81 Prozent eingebrochen
  • CEO und Finanzchef verkaufen Aktien
  • Aktie notiert unter wichtigen Durchschnitten

D-Wave Quantum steht am ersten Juli-Wochenende an einem kritischen Punkt. Einerseits winken strategische US-Interessen und üppige Fördergelder. Andererseits holt die harte kommerzielle Realität den Quantencomputer-Entwickler ein. Der Spagat zwischen staatlich subventionierter Forschung und echten Unternehmensgewinnen wird merklich schwerer.

Geldregen und Umsatzschwund

Die US-Regierung treibt das Thema Quantenüberlegenheit politisch massiv voran. D-Wave profitiert direkt von diesem staatlichen Rückenwind. Das Unternehmen sicherte sich jüngst Fördergelder in Millionenhöhe. Die amerikanische National Science Foundation finanziert damit das neue „ERASE“-Projekt. Gemeinsam mit der Yale University entwickelt D-Wave hier fehlertolerante Quantenarchitekturen.

Das Vorhaben passt in ein größeres politisches Bild. Ein gigantisches staatliches Investitionsprogramm spült frisches Geld in den Sektor. Die USA wollen um jeden Preis eine absolute Quanten-Supermacht werden.

Die kommerzielle Seite des Unternehmens zeichnet indes ein völlig anderes Bild. Zum Jahresauftakt schrumpfte der Umsatz extrem. Die Erlöse fielen um fast 81 Prozent. Übrig blieben magere 2,9 Millionen US-Dollar. Dieser dramatische Einbruch zeigt das zentrale Kernproblem. D-Wave kann theoretische Quanten-Vorteile kaum in profitable Verträge verwandeln.

Manager machen Kasse

Ein Blick auf die Führungsebene beruhigt die Anleger keineswegs. Hohe Manager haben in den vergangenen sechs Monaten massiv eigene Aktien abgestoßen. CEO Alan Baratz trennte sich von Papieren im Wert von fast 19 Millionen US-Dollar. Finanzchef John Markovich verkaufte zeitgleich Anteile für über 17 Millionen US-Dollar.

Solche massiven Exits der eigenen Chefetage belasten die Marktstimmung enorm. Kein Wunder. Kleinanleger reagieren auf derartige Verkaufswellen der Führungskräfte traditionell nervös.

Institutionelle Investoren zeigen sich angesichts dieser Entwicklung gespalten. Die Lager der Käufer und Verkäufer halten sich aktuell exakt die Waage. Einige Profis setzen weiter stur auf die langfristige Infrastruktur-Wette. Andere fürchten schlicht die hohe Kapitalverbrennungsrate und das unstete Geschäft.

Die technische Ausgangslage

Der Blick auf den Chart liefert wenig Trost. Am Freitag ging das Papier bei 19,91 Euro aus dem Handel. Damit summiert sich der Verlust im laufenden Jahr auf 17 Prozent. Die Aktie notiert aktuell deutlich unterhalb ihrer 50-Tage-Linie.

Langfristig trübt sich das charttechnische Bild weiter ein. Der Kurs verharrt knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das 52-Wochen-Hoch von gut 38 Euro liegt völlig außer Reichweite. Immerhin signalisiert ein neutraler RSI-Wert aktuell keine akut überverkaufte Situation.

Der entscheidende Härtetest

Die kommenden Wochen dürften für die Aktie richtungsweisend werden. Analysten trauen der Technologie langfristig durchaus viel zu. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei beachtlichen 32,67 Euro. Die Experten setzen dabei auf einen cleveren technologischen Doppelansatz. D-Wave verknüpft etablierte Annealing-Verfahren geschickt mit neuer Gate-Modell-Forschung.

Die amerikanische NSA sichert dem Sektor derweil mit einer neuen Technologie-Initiative hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Das staatliche Interesse an Quantencomputern reißt definitiv nicht ab.

Der entscheidende Härtetest findet jedoch auf dem freien Markt statt. D-Wave muss die üppigen Fördergelder zeitnah in echte kommerzielle Umsätze umwandeln. Gelingt der Sprung in die freie Wirtschaft nicht, verpufft auch der beste politische Rückenwind. Ein nachhaltiger charttechnischer Aufwärtstrend erfordert jetzt zwingend handfeste Verträge mit der Privatwirtschaft.

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