D-Wave Quantum Aktie: Kapitalpläne bremsen

Nach der großen Quantum-Circuits-Übernahme sorgt eine neue Shelf-Registrierung über 330 Mio. Dollar für leichten Verkaufsdruck, während Analysten die Aktie weiterhin positiv bewerten.

Die Kernpunkte:
  • Neue Kapitalregistrierung über 330 Millionen US-Dollar
  • Strategische Übernahme von Quantum Circuits abgeschlossen
  • Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial für die Aktie
  • Starke Umsatz- und Gewinnwachstumsprognosen für 2026

D-Wave Quantum gerät kurz nach dem Abschluss einer großen Übernahme unter leichten Verkaufsdruck. Der Kurs gab am Freitag um 6,6 % auf 25,61 US-Dollar nach. Auslöser ist eine umfangreiche neue Shelf-Registrierung über rund 330 Mio. US-Dollar, die direkt an den 550-Millionen-Zukauf von Quantum Circuits anschließt. Wie ordnen Marktteilnehmer dieses Spannungsfeld zwischen Wachstumsstrategie und Verwässerungsrisiko ein?

Neue Shelf-Registrierung sorgt für Skepsis

Am Freitag meldete D-Wave mehrere Shelf-Registrierungen mit einem Gesamtvolumen von rund 330,41 Mio. US-Dollar. Abgedeckt sind dabei:

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  • Stamm- und Vorzugsaktien
  • Schuldverschreibungen
  • Optionsscheine
  • Units (Kombinationspapiere)

Damit verschafft sich das Management breite Flexibilität für künftige Kapitalaufnahmen.

Die zeitliche Nähe zur Übernahme von Quantum Circuits verstärkt jedoch die Sorge vor weiterer Verwässerung. Für den Zukauf hatte D-Wave 250 Mio. US-Dollar in bar und 300 Mio. US-Dollar in Aktien eingesetzt. Die neue Shelf-Registrierung wird am Markt als Hinweis gewertet, dass zusätzliche Finanzmittel zur Umsetzung der erweiterten Dual-Plattform-Strategie notwendig sein könnten.

Das Handelsvolumen lag mit rund 37,8 Mio. Aktien nur leicht unter dem Durchschnitt von 40,9 Mio. Stück. Der Rückgang erfolgte damit eher geordnet als in einem panikgetriebenen Ausverkauf.

Quantum Circuits: Strategischer Umbau

D-Wave schloss die Übernahme von Quantum Circuits Inc. am 20. Januar in einer Transaktion über 550 Mio. US-Dollar ab. Das Unternehmen positioniert sich damit als einziger Anbieter, der sowohl Quantum-Annealing- als auch Gate-basierte Quantencomputer entwickelt – ein strategischer Schritt, den CEO Alan Baratz als „entscheidenden Meilenstein“ bezeichnete.

Quantum Circuits, gegründet von Yale-Professor Rob Schoelkopf, bringt fehlertolerante, supraleitende Gate-Model-Technologie in das D-Wave-Portfolio ein. D-Wave plant, 2026 ein erstes Dual-Rail-Gate-Modell-System zu starten und beschleunigt damit seine Roadmap Richtung fehlertoleranter Quantenrechner.

Aus dem bisherigen Annealing-Spezialisten wird damit ein Anbieter mit zwei Technologie-Plattformen, der theoretisch ein deutlich breiteres Anwendungsspektrum im Quantencomputing adressieren kann.

Analysten bleiben überwiegend positiv

Trotz des Rückgangs am Freitag bleibt die Analystenstimmung konstruktiv. Die Aktie weist ein Konsensrating „Moderate Buy“ auf, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 37,86 US-Dollar – rund 48 % über dem Schlusskurs vom Freitag.

Zu den jüngsten Einschätzungen zählen:

  • Needham & Company: „Buy“ mit Kursziel 48 US-Dollar (ca. 87 % Aufwärtspotenzial)
  • Jefferies Financial Group: Einstieg mit „Buy“ und Kursziel 45 US-Dollar
  • Cantor Fitzgerald: Anhebung des Kursziels auf 40 US-Dollar (zuvor 20 US-Dollar), Rating „Overweight“
  • Rosenblatt: Erhöhung des Kursziels auf 43 US-Dollar (zuvor 40 US-Dollar) am 8. Januar

Insgesamt sehen 13 Analysten die Aktie auf „Buy“, einer auf „Hold“ und einer auf „Sell“.

Insiderverkäufe im Blick

Im Januar meldete D-Wave mehrere Insidertransaktionen. CEO Alan Baratz veräußerte am 14. Januar 35.013 Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 28,06 US-Dollar. Das Volumen lag bei rund 982.000 US-Dollar. Nach dem Verkauf hält Baratz weiterhin etwa 2,6 Mio. Aktien mit einem Gegenwert von rund 73 Mio. US-Dollar.

Bereits im Dezember hatte Aufsichtsrätin Kirstjen Nielsen 7.000 Aktien zu 22,62 US-Dollar verkauft. Insgesamt beliefen sich die Insiderverkäufe im letzten Quartal auf rund 2,35 Mio. Aktien im Wert von etwa 65,6 Mio. US-Dollar. Der Insideranteil am Unternehmen liegt derzeit bei 3,20 %.

Kennzahlen und Bewertung

Die zuletzt vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal 2025 fielen besser aus als erwartet:

  • Umsatz: 3,74 Mio. US-Dollar (Konsens: 3,03 Mio. US-Dollar), +105,6 % gegenüber Vorjahr
  • EPS: -0,05 US-Dollar (Konsens: -0,07 US-Dollar)
  • Marktkapitalisierung: 8,97 Mrd. US-Dollar (auf Basis Schlusskurs Freitag)
  • 50-Tage-Linie: 26,25 US-Dollar
  • 200-Tage-Linie: 24,34 US-Dollar

Die Aktie hat sich auf Jahressicht um 332 % verteuert und damit den Gesamtmarkt klar hinter sich gelassen. Die hohe Bewertung bleibt allerdings ein Diskussionsthema: Das erwartete Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei über 200.

Ausblick: Konferenz und Zahlen im Fokus

Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Qubits-2026-Konferenz von D-Wave, die für den 27. und 28. Januar in Boca Raton, Florida, angesetzt ist. Dort dürfte das Management den Fahrplan nach der Quantum-Circuits-Übernahme und die Ziele für die Produktstarts 2026 konkretisieren.

In den kommenden Wochen werden zudem die Zahlen für das vierte Quartal 2025 erwartet. Analysten prognostizieren für das Quartal ein Gewinnwachstum von 86,5 % bei einem Umsatzplus von 79,1 %. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen die Konsensschätzungen mit einem Ergebnisanstieg von 7 % und einem Umsatzwachstum von 61,1 %. Institutionelle Investoren sind mit einem Anteil von 42,47 % engagiert; mehrere Hedgefonds haben ihre Positionen im vierten Quartal 2025 trotz der hohen Bewertung ausgebaut.

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